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25-07-2007 Alexander Litvinenko
London erwartet weiterhin Überstellung von Andrej Lugowoi aus Russland
Großbritannien rechnet nach wie vor mit einer Auslieferung des russischen Unternehmers Andrej Lugowoi, der in Großbritannien wegen Ermordung des Ex-FSB-Offiziers Alexander Litwinenko angeklagt worden ist, sagte ein Sprecher im britischen Außenamt am Mittwoch.




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„Wir fordern die russischen Behörden zu einer konstruktiven Zusammenarbeit auf, damit die britische Justiz über das in Großbritannien begangene Verbrechen ihr Urteil fällen kann“, sagte der Sprecher.

Der ehemalige Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB Alexander Litwinenko war 2000 nach Großbritannien geflüchtet und starb am 23. November 2006 in der Londoner Universitätsklinik. In seinem Körper wurden Spuren der radioaktiven Substanz Polonium 210 festgestellt. Ein offizielles Gutachten über Litwinenkos Todesursache wurde jedoch bisher nicht veröffentlicht.

Nach monatelangen Ermittlungen machte die britische Justizbehörde den russischen Unternehmer Andrej Lugowoi für den Mord an Litwinenko verantwortlich und forderte in diesem Mai dessen Auslieferung. Moskau lehnte die Forderung ab, weil das heimische Grundgesetz die Auslieferung von russischen Staatsbürgern ins Ausland verbietet.

Daraufhin forderte Großbritannien, Russland solle sein Grundgesetz revidieren. Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete am gestrigen Dienstag diese Forderung als „Rudiment des Kolonialdenkens”. „London selbst hat keinen von den 30 Personen an Russland ausgeliefert, nach denen die russischen Behörden wegen Schwerverbrechen fahnden”, stellte Putin fest.

Lugowoi selbst beteuert seine Unschuld und weist die Vorwürfe als "politisch motiviert" zurück. Der Streit hat die Beziehungen zwischen Moskau und London schwer belastet. Großbritannien wies vier russische Diplomaten aus und legte die Verhandlungen über Visaerleichterungen mit Russland auf Eis. Auch Russland erklärte vier britische Diplomaten zu Persona non grata und stellte die Visaausstellung für britische Offizielle ein. [ria-novosti]