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26-07-2007 Alexander Litvinenko
Russland hat Wirtschaftsrat der britischen Botschaft ausgewiesen
Einer der vier britischen Diplomaten, die wegen der Lugowoi-Affäre des Landes verwiesen werden, ist der Rat für Wirtschaft und Wissenschaft der Londoner Mission in Moskau, Andrew Levi. Wie die Zeitung Moscow Times aus Kreisen, die dem Diplomaten nahestehen, erfahren haben will, wird der auch für Handel und Investitionen zuständige Levi seine Koffer packen müssen.




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Nach der russischen Weigerung, den Hauptverdächtigen im Mordfall Litwinenko auszuliefern, hatte London vier russische Diplomaten zur persona non grata erklärt. Moskau regierte mit analogen Maßnahmen.

Moscow Times konnte sich mit Levi nicht in Verbindung setzen. Der britische Botschaftssprecher ließ lediglich wissen, dass die Namen der Diplomaten in derartigen Fällen nicht bekannt gegeben werden.

Von russischer Seite werden die Namen der Ausgewiesenen ebenfalls nicht genannt. Von Leuten, die mit Levis Arbeit vertraut sind, hieß es nur, er habe bei der Lösung der Schwierigkeiten britischer Unternehmen in Russland eine wichtige Rolle gespielt. Wie die Zeitung schreibt, war er in die Verhandlungen zum Projekt Sachalin-2 einbezogen. In ihrem Ergebnis hat Gasprom den Aktionären des Betreibers 50 Prozent und eine Aktie für 7,45 Milliarden US-Dollar abgekauft. Die Anteile der britisch-niederländischen Royal Dutch Shell sowie der japanischen Konzerne Mitsui und Mitsubishi sind im Zuge des Geschäfts auf entsprechend 27,5 Prozent, 12,5 Prozent und 10,0 Prozent zusammengeschrumpft.

Die britischen Investitionen in Russland beliefen sich im ersten Quartal auf 3,1 Milliarde US-Dollar. Damit ist Großbritannien zum wichtigsten Investor unter den G8-Staaten aufgestiegen. Die Briten übertrafen die Amerikaner fast zehnfach.

Russland hat in Großbritannien 1,3 Milliarde US-Dollar investiert und nimmt unter den ausländischen Investoren den dritten Platz ein.

Der Sprecher der britischen U.K. Trade and Investment, der Wirtschaftsförderung der britischen Regierung, hat in der vergangenen Woche verlautbart, die britischen Firmenvertreter in Russland hätten versichert, der diplomatische Skandal um den Fall Litwinenko habe auf die Wirtschaft keine Auswirkungen. [ria-novosti]