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18-08-2007 Alexander Litvinenko
Polonium-Entseuchung kostete London mehr als zwei Millionen Pfund
Nach dem Gifttod des ehemaligen FSB-Mitarbeiters Alexander Litwinenko hat die Beseitigung von Radioaktivität-Spuren in London mehr als zwei Millionen Pfund Sterling gekostet.



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Das teilte ein Sprecher der britischen Gesundheitsbehörde am Freitag mit. Bei den Ermittlungen zum Litwinenko-Fall wurden ihm zufolge insgesamt 47 Orte auf radioaktive Verschmutzung hin untersucht. An 21 von ihnen seien Spuren der radioaktiven Substanz Polonium-210 nachgewiesen worden, mit der Litwinenko vermutlich vergiftet wurde. Polonium sei unter anderem in einer Reihe von Hotels, in Flugzeugen und im Büro des Ex-Oligarchen Boris Beresowski wie auch im Wohnhaus Litwinenkos und im Fahrzeug dessen Bekannten Achmed Sakajew gefunden worden.

Am schwersten verschmutzt waren dem Sprecher zufolge eine Bar im Londoner Millennium-Hotel, wo Litwinenko vermutlich vergiftet wurde, sowie das japanische Itsu-Restaurant. Beide Lokale waren von November 2006 bis Frühjahr 2007 zur Entseuchung geschlossen.

bei russland.RU
Fall Litvinenko: Polonium als Schmugglerware?


Alexander Litvinenko Tod in London – Analysen, Meinungen, Hintergründe, Informationen bei russland.RU


Außerdem wurden mehr als eintausend Menschen auf Radioaktivität hin untersucht. Bei 17 von ihnen wurden Hinweise auf eine ungefährliche Bestrahlung gefunden.

Die Zeitung "Times" hatte an diesem Freitag bereits vier Orte genannt, an denen Spuren von Polonium-210 gefunden worden waren: Striptease-Club Hey Jo, das marokkanische Restaurant Dar Marrakesh sowie Litwinenkos Mercedes und ein Taxi.

Litwinenko war 2000 nach Großbritannien geflüchtet und starb am 23. November 2006 in der Londoner Universitätsklinik. In seinem Körper wurden Spuren der radioaktiven Substanz Polonium-210 festgestellt.

Britische Justizbehörden machten nach monatelangen Untersuchungen den russischen Unternehmer Andrej Lugowoi für den Mord verantwortlich und forderten dessen Auslieferung.

Moskau lehnte die Forderung ab, weil das heimische Grundgesetz die Auslieferung von russischen Staatsbürgern nach Ausland verbietet. Russische Justizbehörden versicherten jedoch, dass Lugowoi ein Prozess in Russland gemacht würde, wenn Großbritannien ausreichende Schuldbeweise zur Verfügung stelle.

Lugowoi beteuert seine Unschuld und weist die Vorwürfe als "politisch motiviert" zurück. Obwohl gegen ihn Anklage erhoben wurde, wurde bisher kein offizielles Gutachten über Litwinenkos Todesursache veröffentlicht.

Der Streit belastete schwer das Verhältnis zwischen Russland und Großbritannien. London wies vier russische Diplomaten aus und legte die Verhandlungen über Visa-Erleichterung mit Russland auf Eis. Auch Moskau erklärte vier britische Diplomaten zu Persona non grata und beschränkte die Visa-Ausstellung für britische Offizielle. [ ria novosti ]