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17-09-2007 Alexander Litvinenko
Lugowoi: Großbritannien hat keine Beweise gegen mich
Der russische Unternehmer Andrej Lugowoi, den die britische Justiz hinter dem spektakulären Giftmord am ehemaligen FSB-Offizier Alexander Litwinenko sieht, hat am Montag die Mordvorwürfe erneut als unbegründet zurückgewiesen. Er hatte die Möglichkeit, in die Ermittlungsmaterialien Einsicht zu nehmen, sagte Lugowoi auf einer Pressekonferenz in Moskau.




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„Die britische Justiz hat keine Beweise“, die Anklage beruhe allein auf den Äußerungen des Emissärs der tschetschenischen Terroristen Ahmed Sakajew und des Londoner Asylanten Boris Beresowski, „die gesagt haben sollen, dass ich dazu eine Beziehung haben könne“, sagte Lugowoi. Spuren von Radioaktivität seien sowohl an Orten gefunden worden, die er aufgesucht habe, als auch an solchen, wo er niemals gewesen sei.

Auf seinen Beitritt zur Liberaldemokratischen Partei LDPR eingehend, sagte Lugowoi, er sei dazu „vom Leben genötigt“ worden. Die letzten zehn Monate waren für ihn und seine Familie sehr schwierig, sagte Lugowoi. „Die gemeine Provokation gegen mich und Russland dauert seit Monaten an“, sagte er. Großbritannien habe den Tod von Litwinenko maximal politisiert und zu einem Skandal aufgebauscht. Er selbst sei an der Spitze dieses Skandals, sagte Lugowoi.

Am heutigen Montag wurde bekannt, dass Lugowoi der Liberaldemokratischen Partei LDPR beigetreten ist und auf der Parteiliste für die bevorstehende Duma-Wahl am 2. Dezember steht.

Daraufhin wurde Andrej Lugowoi vorgeworfen, dass er für die Duma kandidiere, um somit die Immunität als Abgeordneter zu erwerben. Lugowoi hat diese Behauptung als falsch zurückgewiesen.

Die britische Justiz sieht Lugowoi hinter dem spektakulären Giftmord am ehemaligen FSB-Offizier Alexander Litwinenko und forderte dessen Auslieferung von Russland.

Der ehemalige Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB Alexander Litwinenko war 2000 nach Großbritannien geflüchtet und starb am 23. November 2006 in der Londoner Universitätsklinik. In seinem Körper wurden Spuren der radioaktiven Substanz Polonium 210 festgestellt. Ein offizielles Gutachten über Litwinenkos Todesursache wurde jedoch bisher nicht veröffentlicht. Nach monatelangen Ermittlungen machte die britische Justizbehörde Lugowoi für den Mord verantwortlich und forderte in diesem Mai seine Auslieferung. Moskau lehnte die Forderung ab, weil das Grundgesetz die Auslieferung von russischen Staatsbürgern ins Ausland verbietet.

Der Streit hat die Beziehungen zwischen Moskau und London schwer belastet. Großbritannien wies vier russische Diplomaten aus und legte die Verhandlungen über Visa-Erleichterungen mit Russland auf Eis. Auch Russland erklärte vier britische Diplomaten zu Persona non grata und stellte die Visa-Ausstellung für britische Offizielle ein. [ria-novosti]