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25-10-2007 Alexander Litvinenko
Fall Litwinenko: Russland prüft britisches Rechtshilfeersuchen
Der Antrag der britischen Ermittler, die im Fall Litwinenko weitere Untersuchungen in Russland vornehmen wollen, wird von der russischen Generalstaatsanwaltschaft geprüft. Der frühere Mitarbeiter des russischen Sicherheitsdienstes Alexander Litwinenko war 2000 nach Großbritannien geflüchtet und am 23. November in London verstorben.



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Die britische Gesundheitsbehörde hat verlautbart, dass in seinem Körper Spuren des radioaktiven Plutoniums-210 entdeckt worden waren. Ein offizielles Gutachten über die Todesursachen liegt jedoch bis heute nicht vor.

Der Chef der Untersuchungsbehörde bei der Generalstaatsanwaltschaft, Alexander Bastrykin, hat gegenüber Journalisten am Mittwoch bestätigt, dass es auch weiterhin Kontakte mit den britischen Ermittlern gebe und kürzlich ein Rechtshilfeersuchen aus Großbritannien eingetroffen sei. "Ich selbst habe es noch nicht gesehen, doch in den kommenden ein bis zwei Tagen werden wir die Bitte unserer britischen Kollegen prüfen. Wir werden alles Erforderliche tun, damit die Strafsache objektiv bearbeitet wird. Es wird alles getan, was wir für möglich halten", betonte er.

Ferner erläuterte Bastrykin, dass die russische Rechtsprechung im Einklang mit der Verfassung, der Strafprozessordnung und den internationalen Normen voll angewendet wird. "Wir entscheiden, welche Ermittlungshandlungen durchgeführt werden und welche nicht. So war es auch im vergangenen Jahr, als die britischen Fahnder zum ersten Mal anreisten. So ist die Praxis in der Welt. Die Untersuchung führen wir, und wir fällen die endgültige Entscheidung, welche Ermittlungshandlungen in diesem Fall notwendig und zweckmäßig sind." Von russischer Seite, so unterstrich er, wird der Fall nicht politisiert. "Wir haben nur eine Aufgabe: Die objektive Wahrheit in dem Fall gemäß den russischen Gesetzen aufzuklären."

Die Ermittlungen gehen ihm zufolge unterdessen weiter. "Es mag sein, nicht so schnell, wie wir es uns wünschten", räumte er ein, doch bisher konnte ihm zufolge weder das Plutonium identifiziert noch der Herstellungsort ermittelt werden. "Nur so können wir jedoch begründete Thesen aufstellen, woher das Plutonium an den verschiedenen Orten in London, in Deutschland und so weiter auftauchte", stellte Bastrykin fest.[ ria novosti ]