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10-01-2008 Alexander Litvinenko
Italiens Justiz fordert Prozess gegen Geheimdienstexperten Scaramella
Die italienische Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag gefordert, einen Gerichtsprozess gegen den Ex-Geheimdienstberater Mario Scaramella zu beginnen, der sich seit mehr als sechs Monaten wegen Verdachts auf Betrug und Waffenhandel unter Hausarrest befindet.




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Scaramella wird verdächtigt, falsche Aussagen vor der so genannten Mitrochin-Kommission des italienischen Senats gemacht zu haben, die sich in den Jahren 2002 bis 2006 mit der Aufklärung der Tätigkeit des Sowjetgeheimdienstes KGB in Italien befasst hat.

Im Auftrag des Kommissionschefs Paolo Guzzanti, eines Parteifreundes von Silvio Berlusconi, sammelte Scaramella im Wahlkampf gegen Romano Prodi und andere führende Linkspolitiker kompromittierende Materialien, um ihnen KGB-Verwicklungen unterstellen zu können.

Scaramella wird zur Last gelegt, vor der Polizei falsch ausgesagt zu haben, dass auf ihn und den Chef der Mitrochin-Kommission, Senator Paolo Guzzanti, Attentate geplant würden. Vor einiger Zeit hat die Staatsanwaltschaft von Rom den vermeintlichen Anführer des Attentats verhört und ist daraufhin zu dem Schluss gekommen, dass alle Aussagen Scaramellas falsch sind. Scaramella geriet in den Verdacht der bewussten Irreführung und der Lüge.

Gegen ihn laufen mehrere Untersuchungsverfahren. So ermittelt der Staatsanwalt von Bologna wegen Falschaussagen im Zusammenhang mit angeblichen Uranlieferungen nach Rimini und nach San Marino, während ihn die Justiz von Neapel der illegalen Abfallentsorgung im Gebiet von Kampanien beschuldigt.

Scaramellas wahre Tätigkeit ist bisher undurchsichtig. Er selbst behauptet, er sei Professor an der Universität Neapel, was von der Universität jedoch nicht bestätigt wird.

Am 1. November 2006 war Scaramella in London mit dem früheren FSB-Offizier Litwinenko zusammengetroffen, der drei Wochen später vermutlich an einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium-210 verstarb. Die Ermittler vermuten, dass Litwinenko an dem selben Tag die tödliche Dosis Polonium-Dosis erhalten hatte. RIA Novosti