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07-04-2008 Alexander Litvinenko
Britische Polizei prüft Angaben über Attentat auf KGB-Überläufer und Litwinenko-Freund Gordijewski
Die britische Polizei überprüft die Information über ein mutmaßliches Attentat auf Ex-KGB-Offizier Oleg Gordijewski, der zu Sowjetzeiten nach Großbritannien übergelaufen war. Gordijewski, ein guter Bekannter des 2006 vergifteten ehemaligen russischen Geheimdienstler Alexander Litwinenko, behauptet, im vergangenen November einen Vergiftungsversuch überlebt zu haben.



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Er musste damals ins Krankenhaus in Guildford (Grafschaft Surrey) gebracht werden, wo er gesund gepflegt worden sei, so Gordijewski.

Gordijewski gilt als der hochrangigste sowjetische Agent, der in den Westen überlief. Er war vom britischen Geheimdienst MI5 angeworben worden und hatte 25 sowjetische Agenten entlarvt, die in Großbritannien geheim arbeiteten. Nach der Enthüllung von Gordijewskis Verrat und seiner Abberufung nach Russland wurde er verhaftet. Doch die Briten halfen ihm, aus der Sowjetunion nach Großbritannien zu fliehen, wo er bis heute lebt. Im vergangenen Jahr wurde der 69-Jährige von Königin Elisabeth mit dem St. Michael & St. George-Orden "für seinen Dienst für die Sicherheit des Vereinigten Königreichs" ausgezeichnet.

Der ehemalige Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Litwinenko, war 2000 nach Großbritannien geflüchtet und starb am 23. November 2006 in der Londoner Universitätsklinik. In seinem Körper wurden laut britischen Angaben Spuren der radioaktiven Substanz Polonium 210 festgestellt. Ein offizielles Gutachten über Litwinenkos Todesursache wurde jedoch bisher nicht veröffentlicht.

Nach monatelangen Ermittlungen machte die britische Justizbehörde den russischen Unternehmer Andrej Lugowoi für den Mord verantwortlich und forderte im vergangenen Jahr seine Auslieferung. Moskau lehnte dies ab, weil das Grundgesetz die Auslieferung von russischen Staatsbürgern ins Ausland verbietet. Lugowoi selbst beteuert seine Unschuld und weist die Vorwürfe als "politisch motiviert" zurück.

Der Streit hat die Beziehungen zwischen Moskau und London schwer belastet. Großbritannien wies vier russische Diplomaten aus und legte die Verhandlungen über Visa-Erleichterungen mit Russland auf Eis. Auch Russland erklärte vier britische Diplomaten zu Persona non grata.  RIA Novosti