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24-11-2008 Alexander Litvinenko
Verdächtiger im Fall Litwinenko will in London aussagen
Der russische Unternehmer Dmitri Kowtun, den die britische Justiz als Hauptzeugen im Fall Litwinenko sieht, ist bereit, zu Gesprächen mit Ermittlern nach London zu reisen. Bedingung dafür sei aber, dass er nicht nach Deutschland überstellt werde, wo gegen ihn ein Strafverfahren laufe, sagte Parlamentsabgeordneter Andrej Lugowoi und Kowtuns Freund, am Samstag in einem Interview der Zeitung "The Times".



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Die britische Justiz wirft Lugowoi vor, den ehemaligen russischen Geheimdienstagenten Alexander Litwinenko vor zwei Jahren in London mit radioaktivem Polonium 210 vergiftet zu haben.

Litwinenko starb am 23. November 2006 in einer Londoner Klinik. Die britische Justiz hat Russland mehrmals aufgefordert, den Hauptverdächtigen Lugowoi nach London auszuliefern. Russland lehnte ab. Der Geschäftsmann Kowtun, der mit Litwinenko mehrmals Kontakt gehabt hatte, soll in einer Hamburger Wohnung radioaktive Spuren, möglicherweise von Polonium, hinterlassen haben.

Lugowoi schloss in dem Interview auch seine Reise nach London nicht aus, will aber Garantien für seine Immunität haben. Nach Angaben britischer Experten können die Behörden in London Ausländern garantieren, dass sie nicht vom Scotland Yard festgenommen werden. Aber das gelte nicht für Personen, nach denen auch in anderen Staaten gefahndet werde.

Der frühere Vizechef von Scotland Yard, Endy Hayman, der im Fall Litwinenko ermittelt hatte, begrüßte Kowtuns Idee, nach London zu reisen. "Die Familie des Opfers (Litwinenko) lechzt nach Gerechtigkeit ... Und Vorschläge von Menschen, die vermutlich in diesen Fall verwickelt sind, müssten in dieser für die Familie traurigen Situation berücksichtigt werden", sagte Hayman.  RIA Novosti  - russland.RU