russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



28-11-2006 Alexander Litvinenko
Möglicher Hauptzeuge im Fall Litwinenko in Großbritannien eingetroffen
Der italienische Experte Mario Scaramella, mit dem sich der Ex-Offizier des Föderalen Sicherheitsdienstes Russlands Alexander Litwinenko am Tag seiner vermutlichen Vergiftung getroffen hatte, ist in Großbritannien eingetroffen.

Wie der britische TV-Kanal Sky News meldet, wird der 38-jährige Professor Scaramella bewacht und durchläuft zurzeit Tests auf das Vorhandensein von Polonium 210 in seinem Organismus.




Werbung


Dieses Element wurde in der Leiche des am 23. November gestorbenen Litwinenko festgestellt.

"Die Polizei will auch, dass ich zusätzlichen medizinischen Tests ausgesetzt werde, damit sie sich überzeugen kann, dass ich gesund bin. Ich habe solche Tests in Rom bereits durchgemacht, und der Befund war negativ", zitiert der TV-Kanal den italienischen Wissenschaftler.

Gerade mit Mario Scaramella traf sich Alexander Litwinenko am 1. November im japanischen Restaurant "Itsu" auf dem Piccadilly. Wie der Italiener auf einer von ihm in der vergangenen Woche einberufenen Pressekonferenz berichtete, hatte er sich mit Litwinenko getroffen, um ihm Informationen über mögliche Attentate auf das Leben einer Reihe von Menschen zu übergeben.

"Ich war in London, um Herrn Litwinenko zu sehen, weil ich mit ihm einige wichtige Neuigkeiten besprechen wollte. Die von mir erhaltenen Informationen waren sehr besorgniserregend und enthielten Einzelheiten über Verschwörungen gegen Russen in Italien und Großbritannien", erzählte Scaramella, der, wie die Sache heute aussieht, zu einem der Hauptzeugen im Fall Litwinenko aufsteigen könnte.

"Ich rief ihn an, und wie immer vereinbarten wir ein Treffen auf dem Piccadilly. Ich war ihm mehrmals begegnet, er war gute Quelle für mich und hatte Kontakte mit Russland", teilte der italienische Professor mit.

"Wir blieben 30 bis 45 Minuten zusammen. Wir saßen unten, sonst war da niemand. Ich hatte schon zu Mittag gegessen und aß deshalb nichts, trank nur ein Glas Wasser. Litwinenko seinerseits aß ein wenig Fisch und eine Suppe. Er hatte sein Essen selbst an der Theke gewählt", sagte Mario Scaramella.

Später wurden im Restautrant "Itsu" und an einigen anderen Orten von London, die Litwinenko Anfang November besucht hatte, Strahlungsspuren entdeckt. Mit der Untersuchung befasst sich die Antiterror-Abteilung von Scottland Yard.

Das Außerordentliche Komitee der britischen Regierung "Cobra" tritt täglich zur Erörterung der Situation zusammen. An den Sitzungen beteiligen sich Vertreter des Innen- und des Gesundheitsministeriums, der Polizei und von Geheimdiensten. Ein solches Treffen findet auch am Dienstag statt. [ RIA Novosti ]