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15-10-2010 Alexander Litvinenko
Beziehungen Russland-Großbritannien weiter durch Litvinenko-Affäre belastet


Auch knapp vier Jahre nach dem noch immer ungelösten Tod des ehemaligen russischen Geheimdienstler in Großbritannien sind die diplomatischen Beziehungen zwischen den Regierungen in Moskau und London weiterhin angespannt. Es gebe weiterhin "ernsthafte Differenzen", sagte der britische Außenminister William Hague nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Mittwoch in Moskau.




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Großbritannien werde nicht davor zurückschrecken, diese Differenzen auch anzusprechen. Lawrow sagte, dass die Position Russlands im Fall Litvinenko der britischen Seite bekannt sei und sich daran nichts geändert habe.

Die Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland sind seit dem rätselhaften Tod des ehemaligen Geheimdienstoffiziers Alexander Litvinenko belastet. Litvinenko war im Jahr 2006 im Londoner Exil mit der stark radioaktiven Substanz Polonium vergiftet worden. Russland ist strikt gegen eine Auslieferung des nach britischer Meinung Hauptverdächtigen, Andrej Lugowoi, der im russischen Parlament sitzt. Russland beruft sich auf die Verfassung, die eine Auslieferung von russischen Staatsbürgern untersagt. Großbritannien weigert sich im Gegenzug, den im Londoner Exil lebenden und per internationalen Haftbefehl gesuchten russischen Milliardär Boris Beresowski, auszuliefern.

London betrachtet Moskau als wichtigen Partner bei Lösung von globalen Problemen

Ungeachtet der Probleme im Fall Litvinenko erklärte Großbritanniens Außenminister William Hague am Mittwoch zu den Ergebnissen der Verhandlungen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. "Wir werden jetzt mit ernsthaften Problemen der Nichtweiterverbreitung, des internationalen Terrorismus und des Klimawandels konfrontiert, deswegen weile ich derzeit in Moskau", betonte der britische Minister. "Diese Probleme sind nicht zu lösen, wenn die Regierungen unserer Länder nicht zusammenarbeiten werden", unterstrich Hague und fügte dabei hinzu, London betrachte Moskau als wichtigen Partner in der Sicherheitsarena.

"Wir wollen auch weiterhin fruchtbare Beziehungen ausbauen und die Erörterung der existierenden Differenzen fortsetzen, wobei ein Dialog vom diplomatischem Standpunkt geführt werden wird", sagte Hague. "Großbritannien ist der größte Investor Russlands. Mehr als 30 Milliarden Pfund Sterling investieren wir in die russische Wirtschaft", unterstrich der Chef des Foreign Office.

Russland und Großbritannien wollen Visaerleichterung

Russland ist zu einem Dialog mit Großbritannien über die Vereinfachung des Visaregimes zwischen den beiden Ländern bereit, erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch zu den Ergebnissen der Verhandlungen mit seinem britischen Amtskollegen William Hague.

In erster Linie betrifft es die Teilnehmer des Kultur- und Bildungsaustausches sowie Vertreter der Geschäftskreise, erläuterte er. "Obwohl Großbritannien der Schengen- Zone nicht angehört, hoffen wir auf die Schaffung von günstigeren Bedingungen für unsere Bürger, besonders diejenigen, die Geschäfte betreiben und am Kultur- und Bildungsaustausch teilnehmen", so Lawrow.

Was die Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union anbelangt, betonte Lawrow: "Die EU ist unser wichtiger, strategischer Partner". "Wir wollen unsere Beziehungen allseitig vertiefen, darunter in Bezug auf frühere Versprechen auf Bewegungsfreiheit und auf Übergang zu einem visafreien Regime", fügte er hinzu.

[ Weitere Informationen im Schwerpunkt „Litvinenko und das Polonium“ ... ]


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