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21-09-2012 Alexander Litvinenko
Britische Justiz untersucht Todesursache von Litvinenko gesondert


London – In dem mysteriösen Mordfall um den vergifteten ehemaligen KGBler Alexander Litvinenko soll ab kommendem Jahr eine gesonderte Untersuchung der britischen Justiz die genaue Todesursache zutage bringen. Er hoffe, nach der notwendigen Vorbereitung "mit den ersten wichtigen Befragungen möglichst früh im Jahr 2013 zu beginnen", teilte Richter Robert Owen am Donnerstag in London mit. Parallel zu den polizeilichen Ermittlungen leitet Owen eine als "inquest" bezeichnete gerichtliche Untersuchung zu Litvinenkos Tod.




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Das "inquest"-Verfahren soll nicht in einen Prozess münden und auch nicht die straf- und zivilrechtlichen Verantwortlichkeiten feststellen. Owen nannte es bedauerlich, dass die Untersuchung von Litvinenkos Tod Ende 2006 erst Jahre später erfolge. "Es wird keine weiteren Verzögerungen geben", sicherte der Untersuchungsrichter zu. Eine zügige Untersuchung sei im Interesse von Litvinenkos Witwe Marina und seines Sohnes. Aktenvermerke zu möglichen Kontakten des russischen Ex-Geheimdienstagenten Litvinenko zum britischen Geheimdienst sollen laut Owen auf Anfrage der Regierung aber nicht öffentlich gemacht werden.

Litvinenko hatte sich im November 2006 mit dem anderen früheren KGB-Agenten Andrej Lugowoi und dem Geschäftsmann Dmitri Kowtun zum Tee in einem Londoner Hotel getroffen. Kurze Zeit später starb er an einer Vergiftung mit radioaktivem Polonium. Litvinenkos Witwe macht die russische Regierung für den Mordanschlag verantwortlich.

Lugowoi sagte dem Rundfunksender Business FM, er habe kein Vertrauen in die britische Untersuchung. Die britische Justiz habe ihm ein Jahr lang versprochen, ihm in den Fall Akteneinsicht zu gewähren, sich aber nicht daran gehalten. "Die britische Seite lügt immer unverschämt, wenn sie sagt, dass sie ein Interesse an einer Untersuchung hat", sagte Lugowoi.

Der Sprecher des russischen Außenministeriums, Alexander Lukaschewitsch, äußerte am Donnerstag in Moskau die Hoffnung, dass die Untersuchung in Großbritannien "Licht auf alle Fakten wirft, die benötigt werden, um die Wahrheit zu enthüllen". Lugowoi habe seine Unschuld in einem Lügendetektor-Test bewiesen. Die Litvinenko-Affäre belastet seit Jahren die Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland. London fordert seit Langem Lugowois Auslieferung, doch Moskau lehnt dies gemäß den Gesetzen des Landes ab.

[russland.RU]
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