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29-11-2006 Alexander Litvinenko
Fall Litwinenko: 40 Krankenhausangestellte müssen sich Strahlungsuntersuchung unterziehen
Das radioaktive Polonium-210, das im Körper des Ex-FSB-Offiziers Alexander Litwinenko entdeckt wurde, konnte auch auf 40 Mediziner einwirken.

Das teilte der britische National Health Service (Nationalen Gesundheitsdienst) am Mittwoch mit. Betroffen sind die Ärzte und das Personal des Krankenhauses im Londoner Stadtteil Barnet, wo Litwinenko sich am Anfang befand, und des Krankenhauses des London University College, wo Litwinenko seine letzten Tage verbrachte.




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Zur endgültigen Klärung der Situation müssen die Mediziner zusätzlich untersucht werden.

Am Vortag trafen auch Meldungen ein, dass jetzt acht Menschen statt drei wegen symptomatischer Beschwerden zusätzlich radiologisch untersucht werden müssen. Dabei vermerken die Fachleute, dass das eher als Vorsichtsmaßnahme als wegen einer richtigen Strahlungsbedrohung unternommen werde.

Als Litwinenko am 23. November starb, fanden Fachleute des Nationalen Gesundheitsdienstes in seinem Körper Spuren des radioaktiven Elements Polonium-210. Solche Spuren wurden auch an Orten entdeckt, die er vor seiner Erkrankung besuchte.

Das Zimmer der Intensivstation des Krankenhauses des London University College, wo der ehemalige FSB-Offizier seine letzten Tage verbrachte, ist wegen der Strahlung noch immer versiegelt.

Außerdem sind das japanische Restaurant Itsu (Piccadilly 167), wo Litwinenko sich mit dem Italiener Mario Scharamella traf, das Millennium-Hotel am Grosvenor-Square, wo er sich mit zwei Bekannten aus Russland unterhielt, das unweit davon gelegene Büro der internationalen Sicherheitsagentur Erinys (Grosvenor-Street 25), wo Litwinenko geschäftlich zu tun hatte, das Büro des Geschäftsmannes Boris Beresowski (Down-Street 7) und das Haus im Bezirk Muswell-Hill, wo Litwinenko mit seiner Familie wohnte, betroffen.

Am Montagabend meldeten die Fachleute zwei weitere Orte, die wahrscheinlich in Verbindung mit Litwinenkos Tod verstrahlt sind. Das ist das Fünf-Sterne-Hotel Sheraton Park Lane im Bezirk Mayfair und das Haus Grosvenor Street 58. Die beiden Orte befinden sich in unmittelbarer Nähe zu denen, wo die Strahlung früher entdeckt worden war.

Alexander Litwinenko, der 2000 nach Großbritannien floh und in diesem Oktober einen britischen Pass erhielt, starb am 23. November. Das medizinische Gutachten über die Todesursache liegt noch nicht vor. Da in seiner Leiche radioaktive Strahlung entdeckt wurde, wurde die gerichtsmedizinische Begutachtung verschoben und findet voraussichtlich am 1. Dezember statt. Litwinenkos Körper wurde aus dem Krankenhaus in eine Londoner Leichenhalle gebracht. [ RIA Novosti ]