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01-12-2006 Alexander Litvinenko
Verschärfte Kontrollen auf Radioaktivität an russischen Flughäfen
Nach dem Fund von radioaktiven Spuren in zwei British-Airways-Maschinen sollen Flugzeuge internationaler Airlines an russischen Flughäfen verschärft auf Radioaktivität kontrolliert werden. Regionale und internationale Airports seien angewiesen worden, die Kontrollen der Flugzeuge von "ausländischen Unternehmen" zu verstärken, erklärte das russische Verkehrsministerium am Donnerstag.





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Konkret sollten Flüssigkeiten und Gels geprüft, und die "radioaktive Sicherheit von Cockpits und Passagierkabinen" gewährleistet werden.

Der britische Innenminister John Reid bestätigte im Parlament, dass Spuren der radioaktiven Substanz Polonium 210 in zwei Maschinen von British Airways am Londoner Flughafen Heathrow gemessen worden seien; für eines der Flugzeuge sähen Experten kein Gesundheitsrisiko für die Öffentlichkeit. Das zweite Flugzeug werde noch untersucht, doch auch hier sei die Gefahr gering.

Zudem werde eine dritte BA-Maschine derzeit in Moskau untersucht, sagte Reid weiter. Kontrolliert wurde ferner eine vierte Maschine der russischen Privatlinie Transaero, die am Donnerstagmorgen in Heathrow gelandet war. Bislang hätten sich in den Urinproben von 29 Menschen keine Polonium-Spuren nachweisen lassen, sagte der Innenminister. Er kündigte an, dass die britischen Behörden alle Länder kontaktieren würden, in denen die verseuchten Maschinen zwischengelandet seien.

Ein Russe, der mit Litvinenko am Tag von dessen Erkrankung zusammengetroffen war, war an Bord eines der beiden verseuchten British-Airways-Flugzeuge gewesen. Der Geschäftsmann und ehemalige KGB-Agent Andrej Lugowoi sagte der Zeitung "Kommersant", er sei am 3. November in einer der Maschinen von London nach Moskau geflogen. Mit der mutmaßlichen Vergiftung Litvinenkos habe er jedoch nichts zu tun, sagte Lugowoi.

Der Kreml-Kritiker Litvinenko war nach dreiwöchigem Todeskampf am 23. November gestorben. In seinem Urin wurden Spuren des radioaktiven Polonium 210 nachgewiesen. Die Leiche des ehemaligen russischen Geheimagenten soll am Freitag obduziert werden.

Radioaktive Spuren an zwölf Orten gefunden

Bei den Ermittlungen zum Gifttod des russischen Ex-Spions Alexander Litvinenko sind inzwischen an rund einem dutzend Stellen radioaktive Strahlen gemessen worden. Der britische Innenminister John Reid sagte am Donnerstag, an "etwa zwölf" Orten seien radioaktive Spuren gefunden worden, insgesamt seien 24 Stellen wegen einer möglichen Verseuchung beobachtet worden oder würden noch beobachtet.