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01-12-2006 Alexander Litvinenko
In Russland keine Angaben über Litwinenkos Beteiligung an nuklearem Schmuggel
Die russischen Geheimdienste wissen von Fakten des Schmuggels von radioaktiven Stoffen, verfügen jedoch über keine Angaben über eine Beteiligung Alexander Litwinenkos, ehemaliger Mitarbeiter des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation, an solchen Fakten.






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Das erklärte Anatoli Safonow, Sondervertreter des russischen Präsidenten für Fragen der internationalen Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus und die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität, der RIA Novosti gegenüber.

"Ich verrate wohl kein großes Geheimnis, wenn ich sage, dass wir gemeinsam mit unseren amerikanischen und europäischen Partnern mehrere Fakten untersuchen, bei denen es sich um den grenzüberschreitenden Schmuggel von radioaktiven Stoffen handelt. Doch sind dies Fakten eines anderen Zeitraums und eines anderen Inhalts", sagte Safonow, nach Litwinenkos Verwicklung in solche Fälle gefragt.

Hierbei verneinte der Sondervertreter auch die Beteiligung der russischen Geheimdienste an einem solchen Schmuggel.

Moskau erklärt sich bereit, bei Ermittlung des Falls Litwinenko zu helfen

Russland und Großbritannien sollten bei der Ermittlung des Todes des Ex-FSB-Offiziers Alexander Litwinenko zusammenarbeiten.

"Wir haben ein Signal über unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit in dieser Richtung gegeben. Da der Fall von der britischen Seite behandelt wird, liegt die Iniziative, von diesem Vorschlag Gebrauch zu achen, bei Großbritannien. Soviel ich weiß, ist unser Signal bereits aufgenommen worden, und sie werden sich an die kompetenten Organe (in Russland) zu diesem Problem wenden", sagte der Sondervertreter des russischen Präsidenten für die internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus und der transantionalen organisierten Kriminalität, Anatoli Safonow, gegenüber RIA Novosti.

Dabei erteilte er keine genauere Auskunft, welche Gremien der britischen Seite welche Hilfe leisten sollen.

Großbritannien ersucht um Hilfe bei der Ermittlung des Litwinenkos Todes

Großbritannien hat die Absicht, sich neben Russland auch an eine Reihe von anderen Ländern mit der Bitte um Hilfe bei der Ermittlung der Todesursache des ehemaligen Mitarbeiters des russischen Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) Alexander Litwinenko zu wenden.

Das sagte der Innenminister des Vereinigten Königreiches, John Reid, am Donnerstag im Unterhaus des britischen Parlaments.

"Wir haben die Absicht, uns an die Regierungen jener Staaten zu wenden, wo die Flugzeuge der British Airways landen konnten, in denen später die Spuren von radioaktiver Strahlung gefunden wurden", sagte der Minister.

Am Mittwoch veröffentlichte die Fluggesellschaft eine Liste der mehr als 220 Flüge, die die drei betreffenden Boeing-767 im letzten Monat absolvierten. Unter den Bestimmungspunkten sind Moskau, Düsseldorf, Frankfurt, Stockholm, Wien, Barcelona, Madrid, Larnaka, Athen und Istanbul.

Reid sagte auch, dass die britische Außenministerin Margaret Beckett am Mittwoch ein Gespräch mit ihrem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow geführt habe. Sie ersuchte ihn um Hilfe bei der Sicherung der gesellschaftlichen Gesundheit und bei der durchzuführenden Ermittlung. Der russische Außenminister habe versprochen, dass eine solche Hilfe erwiesen werde.

Putins Beauftragter: London braucht im Fall Litwinenko internationale Hilfe

Ohne Hilfe anderer Länder wird Großbritannien die Herkunft des Poloniums-210, das in London entdeckt wurde und mit dem vermutlich der ehemalige FSB-Offizier Alexander Litwinenko vergiftet worden war, nicht feststellen können.

Das sagte der für Terror- und Kriminalitätsbekämpfung zuständige Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten, Anatoli Safonow, am Donnerstag vor Journalisten.

Die Spezifik der Arbeit mit radioaktiven Stoffen sei so, dass bei der Überprüfung der Kette letzten Endes recht genau auf den betreffenden Hersteller gestoßen werde, sagte Safonow. Er schloss nicht aus, dass hierbei nicht nur das Herstellerland, sondern auch das Herstellerlabor ermittelt werden könne.

"Dahinter stecken allerdings enorme Arbeitsleistungen und Laboruntersuchungen, das ist keine einfache technologische Frage", fügte der Sonderbeauftragte hinzu.

Safonow betonte, die technologischen Möglichkeiten nur eines Landes würden nicht ausreichen, um den Hersteller zu ermitteln. "Daran müssen all diejenigen mitwirken, die das eine oder andere radioaktive Element herstellen. Darin besteht auch das Wesen der internationalen Zusammenarbeit."

Safonow bejahte die Frage, ob Russland bereit sei, Großbritannien bei der Ermittlung der Herkunft des Poloniums-210 zu helfen.

"Wir arbeiten jetzt mit amerikanischen Kollegen bei der Untersuchung eines anderen Falls zusammen", sagte der Sonderbeauftragte.

Safonow verwies darauf, dass vor einem Jahr auf Initiative Russlands unter keineswegs einfachen Bedingungen die UNO-Konvention über die Bekämpfung des Terrorismus angenommen wurde.

"Die Annahme dieser Konvention spricht jetzt dafür, dass wir mit Vorlauf gearbeitet und die Möglichkeit solcher Situationen vorausgesehen hatten. Denn die Konvention eröffnet Perspektiven für eine solche Zusammenarbeit", betonte Safonow.

Litwinenko, der 2000 nach Großbritannien floh und im Oktober dieses Jahres einen britischen Pass bekam, ist am 23. November in der Londoner Universitätsklinik gestorben. Die Ärzte haben vorläufig kein medizinisches Gutachten über die Todesursache abgegeben.

Fachleute von der britischen Gesundheitsbehörde behaupten, in seiner Leiche Spuren des radioaktiven Isotops Polonium-210 entdeckt zu haben, die später auch an Orten gefunden wurden, die Litwinenko am 1. November besucht hatte: im Restaurant Itsu und im Hotel Millennium im Zentrum von London, in seinem Haus im Viertel Muswell-Hill im Norden der britischen Hauptstadt sowie im Büro von Boris Beresowski. Der Tod von Litwinenko wird von der Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard untersucht. [ RIA Novosti  / russland.RU ]