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04-12-2006 Alexander Litvinenko
Litwinenkos Vater sieht Russlands Geheimdienste hinter Tod seines Sohns
Der Vater des in London gestorbenen ehemaligen FSB-Offiziers Alexander Litwinenko ist davon überzeugt, dass Mitarbeiter der russischen Geheimdienste in den Tod seines Sohns verwickelt waren.

"Ich war mir der ernsthaften Gefahr, die meinem Sohn drohte, völlig bewusst", erklärte Walter Litwinenko in einem am Montag in der Tageszeitung "Kommersant" veröffentlichten Interview.





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"Ich habe ihn oft gemahnt, er soll an seine Sicherheit denken. Ich habe ihm auch ohne Umschweife gesagt, dass die Sicherheitsdienste ihn töten können."

Zu möglichen Ursachen des Todes seines Sohnes sagte Walter Litwinenko: "Er hat zu viel gewusst. Er wusste zum Beispiel, wer Anna Politkowskaja getötet hat. Er war Zeuge anderer Verbrechen der russischen Geheimdienste, beispielsweise im Nordkaukasus."

"Mein Sohn sprach mit mir in den letzten Tagen und Stunden", führte er weiter aus. "Er sagte mir selbst, dass die Geheimdienste ihn mit einer Nuklearwaffe getötet haben. Ich bin selbst Psychiater und ich weiß, dass ein Mensch in solchen Minuten nicht lügt."

Der 2000 nach Großbritannien geflüchtete Alexander Litwinenko war am 23. November gestorben. Ein offizieller medizinischer Befund über die Todesursachen liegt vorerst nicht vor. In seinem Körper wurden Spuren des radioaktiven Stoffs Polonium 210 entdeckt.

Strahlungsspuren wurden außerdem in mehreren Orten in London sichergestellt, die Litwinenko vor seinem Tod besucht hatte, u. a. im Büro des geflüchteten russischen Unternehmers Boris Beresowski an Down Street 7.

1998 veranstalteten Litwinenko und mehrere FSB-Offiziere eine Pressekonferenz in Moskau, bei der sie mitteilten, sie seien beauftragt worden, Beresowski zu töten, der damals hohe russische Staatsämter bekleidete.

In London unterstützte Beresowski den Ex-FSB-Offizier und kaufte ihm u. a. ein Haus in der britischen Metropole.[ RIA Novosti ]