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03-12-2006 Alexander Litvinenko
Fall Litvinenko: Polonium als Schmugglerware?
Für 30 Millionen Euro hatte Litvinenko nach Informationen des "Guardian" Polonium in seinem Körper. Es war eine 100-fach tödliche Dosis.

Warum sollte man versuchen einen Menschen auf so schwierige und teure Art und Weise ins Jenseits zu befördern.



Es gibt kostengünstigere und nicht so medienwirksame Alternativen [ Die Phantasie der modernen Vergifter kennt keine Grenzen ]

Da wäre einmal die Theorie, alles wurde von Putinfeinden inszeniert um ihn zu diskreditieren. Dazu passt die medienwirksame Darbietung. Warum aber sollte man 30 Millionen Euro ausgeben, wenn es 3.000 Euro auch getan hätten.

Solche große Mengen, die in Litvinenkos Körper gefunden wurden, könnten auch einen anderen Schluss zulassen. Ganz einfach Schmuggel.

Polonium als Ware

Polonium ist prinzipiell keine gefährliche Substanz. Ein Sprecher der „Föderalen Atomregelungskommission der USA (Nuclear Regulatory Commission)“ hat letzte Woche erklärt, dass das Polonium-210, das in der USA frei verkauft wird, keine Gefahr darstellt. Der Sprecher der Kommission David McIntyre sagte gegenüber dem Fernsehsender ABC, dass weder die im Internet „frei“ verkauften Muster von Polonium-210-Isotopen noch die im Einzelhandel erwerblichen Antistatikgeräte, die das radioaktive Element enthalten, gefährlich seien.

Gefährlich wird es erst wenn es ungeschützt mit Körperzellen in Verbindung kommt und dort dann extrem radiotoxisch wirkt.

Um Polonium zu schmuggeln, muss es einen Markt dafür geben. Da ist einmal der Markt für Antistatikgeräte, aber dafür können Proben in Amerika frei gekauft werden. Diese Proben wie auch die Geräte enthalten aber keine tödlichen Dosen. In einer Pressemitteilung von United Nuclear hiess es, dass die Polonium-210-Muster eine so geringe Menge des Stoffes enthalten, dass für eine tödliche Dosis circa 15 000 Muster eingekauft werden müssen.

Der interessantere Markt, der große Mengen Polonium benötigt, ist der Atomwaffenmarkt. Schwellenländer oder auch Terroristen auf dem Weg zur Atombombe kommen, um eine einfache Atombombe zu bauen, um Polonium nicht herum.


Construction of the bomb:
"The element 94 [Plutonium], without any uranium-235, is the active material of this bomb. The so-called initiator, namely a beryllium-polonium source of alpha particles, is inserted into the centre of a ball of plutonium. (The plutonium is surrounded by 50 pounds of tube-alloy [U-238],* which is the 'tamper.')

"All this is placed in an aluminum shell of thickness 11 cm. This aluminum shell in turn is surrounded by a layer of the explosive 'pentalit' or Composition C (Composition B according to other information) with wall thickness 46 cm.

"The casing of the bomb into which this explosive is inserted has an inner diameter of 140 cm. The total weight of the bomb including the pentalit, the casing, etc. is about 3 tonnes.

"It is anticipated that the force of the bomb explosion will be equal to the explosive force of 5000 tonnes of TNT. (The efficiency is 5-6%.) The fission count equals 75 x 10exp24."

So soll nach Aussagen von „Iran-Watch“ der Iran in den letzten Jahren bereits Beryllium eingeschmuggelt haben.

Da Polonium nur eine Halbwertszeit von 138 Tagen hat braucht man laufend Nachschub um die Atombomben explosionsfähig zu halten.

Wie lassen sich größere Mengen Polonium schmuggeln?

So wie Drogenkuriere in heruntergeschluckten Kondomen manchmal unglaubliche Mengen Kokain oder Heroin transportieren, wäre es auch möglich Polonium in speziellen Kapseln einigermaßen ungefährlich zu schmuggeln.

Litvinenko und sein Umfeld scheinen auf dem Gebiet keine totalen Laien zu sein.
Die Daily Mail schrieb über Mario Scaramella: ”Er hat ein profundes Wissen über nukleares Material und kann es rund um den Globus lokalisieren. Obwohl er sich als Umweltschützer beschreibt, hat er detailliertes Wissen über die Aktivitäten russischer Agenten.”

Die Daily Mail, die Scaramella in seinem Wohnort Neapel interviewte, enthüllt, dass der Nuklearexperte im Juni letzten Jahres der italienischen Polizei einen Tipp gab, der zu einer Untersuchung über einen angeblichen Uranschmuggel nach Italien führte. Er habe die Detailinformation weitergegeben, “dass das Uran in einem Koffer versteckt war und aus einem nicht benannten Land in der früheren Sojwetunion stammte.” Innerhalb von 24 Stunden habe die Polizei vier Festnahmen vorgenommen. Scaramella erklärte damals, er habe Aktivitäten früherer KGB-Agenten in San Marino untersucht.

Unfall oder Schlamperei?

Kapseln im Körper können sich durch Fehler im Material oder unsaubere Verarbeitung in Zeitbomben verwandeln. Bei einem Auseinanderbrechen so einer Kapsel wird der Körper dann überschwemmt mit radioaktiven Material welches auch sofort seine zerstörerische Arbeit beginnt.

Litvinenko hatte soviel Polonium in seinem Körper gehabt, dass er alles was er anfasste und berührte kontaminiert hat.
Sei es ein Händedruck oder ein Stuhl, sein Schweiß war hochgradig mit Poloniumverseucht.
Somit hätten nicht seine „Mörder“ halb London verseucht, sondern er selbst.

Hat der geldklamme Litvinenko sich auf ein Schmuggelgeschäft eingelassen?

Litvinenko war in Finanznöten, seine Freundin beschuldigt ihn, die Bestechung von russischen Behörden geplant zu haben. Er habe für jedes Geheimnis, das er nicht verrate, rund 15.000 Euro von ehemaligen Geheimdienstkollegen verlangen wollen, sagte die ehemalige Geheimdienstmitarbeiterin Julia Swetlischnaja nach Angaben der Zeitung "The Sun".

Nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus sollen in Litwinenkos Dickdarm drei unbekannte Objekte "fester Struktur" entdeckt worden sein, die der Patient bewusst heruntergeschluckt haben müsse. Unter Berufung auf Kreise der Klinik war von zwei Objekten der Größe einer Zwei-Pence-Münze, also von etwa 2,5 Zentimeter Durchmesser die Rede, ein drittes habe die Form einer Acht.

Klinikdirektor Bellingan versuchte die Spekulationen um die Röntgenbilder in seinem Statement als "irreführend" zu zerstreuen. Seiner Darstellung zufolge rühren die "Schatten" auf den Aufnahmen von dem synthetischen Farbton Berliner Blau her, das Litwinenko im Zuge seiner Behandlung verabreicht worden sei.

Eine weitere Stellungnahme zu den „Objekten“ lehnte das Krankenhaus seitdem ab.

Vernebeln und vertuschen

Hinter dem Rauch von vielen abgeschossenen Nebelkerzen über Auftragsmord, FSB, KGB und Kreml ermittelt der britische Geheimdienst vor sich hin. Noch am Samstag sagte Lawrow der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, er habe seiner Kollegin (der britischen Aussenministerin die Red.) erklärt, dass Moskau auf "konkrete Fragen" warte. Unwirsch reagierte er auf die Spekulationen in den Medien. "Wir verstehen diese täglichen Erinnerungen an die Ermittlungen nicht", sagte Lawrow. Bislang gebe es keine Anfragen aus Großbritannien.

Wie die britische Zeitung "Sunday Mirror" unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, hält der britische Inlandsgeheimdienst MI5 einen Mann fest, der "bedeutende" Informationen über die Vergiftung Litvinenkos haben könnte. Der Mann sei vergangene Woche im Osten Englands in Gewahrsam genommen worden. "Der MI5 nimmt keine Menschen fest", sagte ein Sicherheitsvertreter dem Blatt. "Wenn Menschen vom Sicherheitsdienst festgehalten werden, dann weil sie zu uns kommen, um uns Informationen zu geben."

Dafür dürfen aber die Amerikaner bereits mitmischen. Die USA haben sich laut einem Pressebericht in die Ermittlungen um den Tod des russischen Ex-Agenten Alexander Litvinenko eingeschaltet. Die britische Zeitung "The Observer" berichtete am Sonntag, Beamte der US-Bundespolizei FBI hätten gemeinsam mit britischen Polizisten den früheren KGB-Agenten Juri Schwets in Washington befragt.

Vielleicht also ist Litvinenko nur der arme Schmuggelkurier, der mit seinem Tod zu einem Medienspektakel gegen Russland instrumentalisiert wurde. [ ggj / russland.RU – die Internet - Zeitung ]