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04-12-2006 Alexander Litvinenko
Verurteilter FSB-Mitarbeiter will im Fall Litwinenko gegenüber Scotland Yard aussagen
Der wegen Hochverrats verurteilte ehemalige Mitarbeiter des Föderalen Sicherheitsdienstes Russlands (FSB) Michail Trepaschkin will in der Affäre um den Gifttod des früheren FSB-Offiziers Alexander Litwinenko gegenüber Ermittlern von Scotland Yard aussagen.

"Er (Trepaschkin) behauptet, gewisse Informationen zu haben, und erklärt sich bereit, sie weiter zu geben", sagte Trepaschkins Anwältin Jelena Lipzer am Montag auf einer Pressekonferenz in Moskau.





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Das solle zur Klärung der Umstände des mysteriösen Todes von Litwinenko beitragen. Litwinenko war durch eine hohe Dosis der radioaktiven Substanz Polonium-210 vergiftet worden.

Der Leiter der russischen gesellschaftlichen Bewegung "Für Menschenrechte", Lew Ponomarjow, teilte mit, dass Trepaschkin Litwinenko schriftlich vor möglichen Attentaten gewarnt habe.

Trepaschkin zufolge wurde Litwinenko "aus Rache" getötet. In einem Schreiben an Litwinenko bedauerte der Verurteilte die Vergiftung des Ex-Offiziers. "Bei der Untersuchung hatte ich ausgesagt, dass gegen Litwinenko und seine Angehörigen ein Mordanschlag vorbereitet wird. Ich habe auch entsprechende Erklärungen abgegeben", heißt es in Trepaschkins Schreiben.

"Er warnte Litwinenko, darunter auch vor der möglichen Entwicklung, die sich später bewahrheitete", sagte Ponomarjow. "Jetzt will Trepaschkin gegenüber den britischen Geheimdiensten aussagen. Wir sind der Ansicht, dass eine solche Vernehmung durchgeführt werden muss."

"Verbrechen, die großes Aufsehen erregen, sollen von einer unabhängigen Parlamentskommission geklärt werden." Das betreffe auch den Mord an Galina Starowojtowa, Anna Politkowskaja und Alexander Litwinenko. "Wir hoffen auch, dass diese Kommission auch gegenüber Trepaschkins Schicksal nicht unbeteiligt sein wird."

Ponomarjow teilte mit, dass er Trepaschkins Briefe früher an Scotland Yard weitergeleitet hatte. "Wir haben diese Briefe aus dem Internet heruntergeladen und wissen nicht, wie Trepaschkin sie hat in die Freiheit schmuggeln können. Aber wir zweifeln nicht daran, dass es sich dabei um Trepaschkins Handschrift handelt. Er schreibt viele Briefe, darunter auch an Duma-Abgeordnete", sagte Ponomarjow. [ RIA Novosti ]