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05-12-2006 Alexander Litvinenko
Britische Ermittler untersuchen in Moskau Tod des Ex-Agenten
Der an einer radioaktiven Vergiftung gestorbene russische Ex-Agent Alexander Litvinenko hat nach den Worten von Verteidigungsminister Sergej Iwanow in der Geheimdiensthierarchie keine wichtige Position inne. Vermutungen, denenzufolge Litvinenko beim Geheimdienst FSB ein ranghoher Agent mit Zugang zu wichtigen Informationen war, entsprächen nicht der Realität, sagte Iwanow der Zeitung "Eleftherothypia" (Dienstagausgabe) während eines Besuchs in Athen.

Litvinenko sei in einer für das organisierte Verbrechen zuständigen Abteilung tätig gewesen. Diese habe ihre Mitarbeiter "von überall her" rekrutiert.

In Moskau nahmen unterdessen Beamte der Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard ihre Ermittlungen zum Tod Litvinenkos auf. Die Polizisten würden so lange bleiben, bis der auf die russische Hauptstadt bezogene Teil der Untersuchung abgeschlossen sei, sagte ein Sprecher der britischen Botschaft in Moskau.

bei russland.RU
Fall Litvinenko: Polonium als Schmugglerware?


Alexander Litvinenko Tod in London – Analysen, Meinungen, Hintergründe, Informationen bei russland.RU


Ursprünglich wurden in Moskau neun Untersuchungsbeamte aus Großbritannien erwartet. Aber der Korrespondent der RIA Novosti bemerkte im Flughafen nur eine vierköpfige Abordnung: drei Männer und eine Frau. Sie hatten Plastikbehälter und Plastikkoffer mit.

Die Briten verweigerten den Journalisten jeden Kommentar. Im Flughafen wurden sie von einem Mitarbeiter der britischen Botschaft abgeholt, der ebenfalls keine Kommentare abgeben wollte.

Nach britischen Medienberichten wollen die Beamten mit drei Geschäftsleuten sprechen, die Litvinenko am Tag seiner Vergiftung in einem Londoner Hotel trafen. Einer von ihnen, der Geschäftsmann und ehemalige KGB-Agent Andrej Lugowoj, befand sich nach einem Bericht der Zeitung "Kommersant" jedoch zur Untersuchung im Krankenhaus.

Auch der ehemalige Geheimagent Michail Trepaschkin, der zur Zeit eine vierjährige Haftstrafe wegen Geheimnisverrats verbüßt, will nach Angaben seiner Anwältin mit den britischen Beamten sprechen. Dies wurde von der Gefängnisbehörde bislang jedoch nicht erlaubt. Trepaschkin hatte Litvinenko nach eigenen Angaben vor einem geplanten Mordanschlag der Geheimdienste gewarnt. Der Kreml-Kritiker war am 23. November in einem Londoner Krankenhaus gestorben. In seinem Urin war das radioaktive Polonium 210 gefunden worden. Sein Vater macht den russischen Präsidenten Wladimir Putin für den Tod verantwortlich.