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08-12-2006 Alexander Litvinenko
Mordserie - Gaidar und Tschubais deuten Machtkampf im Kreml an
Die Morde an Journalistin Anna Politkowskaja und Ex-FSB-Offizier Alexander Litwinenko, die mysteriöse Erkrankung von Ex-Premier Jegor Gaidar und die Kulmination der Gerichtsverhandlungen zum Anschlag auf den Chef der Stromholding RAO UES, Anatoli Tschubais, sind innerhalb kurzer Zeit passiert.






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Tschubais und Gaidar sprechen dabei von gewissen Feinden Russlands, doch aus ihren Erklärungen ist zu schließen, dass es sich eher um Figuren innerhalb des Landes handelt, schreibt die Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag. Aus einigen Andeutungen könnte man schließen, dass die Interessen dieser Personen mit einer dritten Amtszeit des Präsidenten Wladimir Putin zusammenhängen. Die namhaften Liberalen beeilen sich dennoch nicht, ihre Mutmaßungen zu konkretisieren.

Jewgeni Jassin, wissenschaftlicher Leiter der Wirtschaftshochschule: "Morde bzw. Mordversuche an mehreren Vertretern des liberaldemokratischen Flügels sind äußerst besorgniserregend. Dies ist eine Tendenz, die davon zeugt, dass im Land rechtsradikale Terroristen am Werk sind.

Ich schließe nicht aus, dass es indirekte Verbindungen zwischen den Terrorkräften und bestimmen Personen in den Machorganen gibt. Offenbar gibt es dort welche, die sehr daran interessiert sind, dass Putin an der Macht bleibt, damit auch sie ihre Macht beibehalten."

Leonid Gosman, Vorstandsmitglied der Partei Union Rechter Kräfte (SPS): "Während Litwinenko eine kaum bekannte Figur ist, ist Gaidar in der ganzen Welt angesehen. Die Folgen der Vorfälle mit den beiden sollten aber die gleichen sein: Eine radikale Verschlechterung der Beziehungen mit dem Westen und ein überaus starker Verfall des Ansehens des Landes und der Figuren, die es personifizieren.

Im In- und im Ausland gibt es Leute, die eine Isolation Russlands von den demokratischen Ländern wünschen. Russland sollte nach ihrer Ansicht seine ohnehin inkonsequente Bewegung in Richtung Integration in den Westen einstellen. Ich kann auch sagen, wer ganz sicher nicht daran interessiert ist, was mit Politkowskaja und Litwinenko geschehen und mit Gaidar dank einem Wunder nicht geschehen ist - das sind die russische Regierung und der russische Präsident."

Irina Chakamada, Mitglied des Präsidiums der Volksdemokratischen Union: "Die Ursachen der Vernichtung von Politkowskaja und Litwinenko sind zwar unterschiedlich, der Auftraggeber könnte aber derselbe sein. Wenn Gaidar und Tschubais von Feinden sprechen, meinen sie die Kräfte innerhalb Russlands, die nicht daran interessiert sind, dass sich Russland dem Westen öffnet. Sie wollen Russland diskreditieren, Putin auf diese Weise zwingen, auf eine Annäherung mit dem Westen zu verzichten und für die dritte Amtszeit an der Macht zu bleiben. [ RIA Novosti ]