russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



08-12-2006 Alexander Litvinenko
Großbritannien: Channel 4 plant Spielfilm über Giftaffäre um Litwinenko
Der britische Privatsender Channel 4, eine der größten TV-Anstalten auf der Insel, hat die Idee, einen Spielfilm über den Vergiftungsfall des Ex-Mitarbeiters des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Litwinenko, zu drehen.

Lisa Marshall, Redakteurin der Abteilung für dramatische Inszenierungen, hat am Donnerstag mitgeteilt, dass Peter Kosminski das Drehbuch schreiben und die Regie übernehmen werde.





Werbung


Bereits mehrere Kassenknüller hat er über reale Begebenheiten gedreht. Dazu gehört ein Film über den Alltag in der britischen Armee und über die Verwirklichung der Idee eines neuen Labourismus und viele andere. Für seine Werke ist er zweimal mit dem BAFTA-Preis der britischen Film- und Fernsehakademie geehrt worden, darunter für seinen Streifen über den Aufsehen erregenden Freitod des Rüstungsexperten im Verteidigungsministerium, David Kelly, aus dem Jahr 2003.

Die ungewöhnlichen Begleitumstände des Todes von Litwinenko, so Marshall zur Entscheidung der TV-Anstalt, seien in der Geschichte des Vereinigten Königreichs präzedenzlos und hätten Öffentlichkeit wie Politiker in ihren Bann gezogen.

Alexander Litwinenko, ehemaliger FSB-Offizier, der im Jahr 2000 nach Großbritannien geflüchtet war und im Oktober dieses Jahres die britische Staatsbürgerschaft bekommen hatte, ist am 23. November im Alter von 43 Jahren im Londoner Universitätskrankenhaus verstorben. In seinem Organismus wurden große Mengen des radioaktiven Stoffes Polonium 210 festgestellt.

Die offiziellen Untersuchungen des Todes führt die Antiterror-Abteilung von Scotland Yard. Kürzlich war aus Ermittlerkreisen zu hören, dass der Fall als Mord eingestuft worden ist. Die Kosten des Untersuchungsverfahrens belaufen sich auf 300 000 Pfund wöchentlich.

Am 1. Dezember fand die Obduktion des Leichnams statt, doch veröffentlichten die Ärzte bisher kein offizielles medizinisches Gutachten über die Todesursachen. Eine Veröffentlichung wird in den kommenden Tagen erwartet.

Litwinenkos Leichnam ist am Donnerstag auf dem Londoner Friedhof Highgate beigesetzt worden. Die Trauerveranstaltung fand im engsten Kreise statt. Journalisten wurden nicht zugelassen. Aus einer später verbreiteten Videoaufzeichnung war zu entnehmen, dass sein Sarg von seinen Freunden zur Grabstätte getragen wurde. Darunter waren der Geschäftsmann Boris Beresowski, der Emissär der tschetschenischen Separatisten, Achmad Sakajew, der Bürgerrechtler Alexander Goldfarb, der Dissident Wladimir Bukowski, der Filmregisseur Andrej Nekrassow und andere.

Gestern hatte die Chefin der britischen Gesundheitsbehörde, Pat Troop, bekannt gegeben, dass unbedeutende Polonium-Spuren auch im Organismus von sieben Angestellten des Hotels Millennium am Grosvenor Square in der Londoner City festgestellt worden sind. Sie versicherte jedoch, dass keine ernsthafte Gesundheitsgefährdung besteht. Die gefundenen Mengen an radioaktiver Verstrahlung seien bei den Hotelangestellten viel geringer als bei Alexander Litwinenko oder bei seinem Informanten Mario Scaramella oder bei der Witwe des Ermordeten. Die Möglichkeit einer Verschlimmerung ihres Zustandes schloss sie aus. [ RIA Novosti ]