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18-08-2004 Moskau Aktuelles
Russland kann ein neues Antiterrorsystem der Luftverteidung rings um Moskau stationieren
„Es ist notwendig, ein hocheffektives Bekämpfungssystem in die Bewaffnung aufzunehmen, das ermöglichen würde, auf beliebige Ziele in 40 bis 50 Sekunden zu reagieren, und ein solches System ist vorhanden",

erklärte Juri Solowjow, Befehlshaber der Truppen des Spezialkommandos /SK/, in seiner Antwort auf die Journalistenfrage darüber, welche Maßnahmen unter Berücksichtigung der Erfahrungen mit den Ereignissen vom 11. September in den USA getroffen werden müssten.

Er verwies darauf, dass für die Aufnahme dieses Systems in die Bewaffnung eine entsprechende juristische Basis notwendig sei.

Wie er sagte, beträgt die Anflugszeit vom Flughafen Wnukowo bis zur Stadtmitte von Moskau ungefähr eine Minute, darum ist für die Abwendung von Angriffen, ähnlich denen vom 11. September in den USA, in erster Linie die Arbeit der Sonderdienste der Flughäfen notwendig.

Solowjow teilte auch mit, dass die Luftschiffe der angrenzenden Staaten die Gefechtsbereitschaft der Luftverteidigung Russlands ständig auf die Probe stellen. So flog vor einiger Zeit aus Frankfurt am Main eine Boeing-Maschinen ab, die beim Anflug der Luftgrenzen der RF keine Erkennungssignale mehr gab.

„Ich habe den Beschluss gefasst, die Boeing nicht durchzulassen, nachdem sie keine Verbindung mehr aufgenommen hatte, und befahl, Jagdflugzeuge aufsteigen zu lassen. Danach begann die Boeing erneut Erkennungssignale zu geben", berichtete Solowjow.

Auf die Gefechtsbereitschaft der SK eingehend, betonte der Befehlshaber, dass die Truppen „die möglichen Handlungen des wahrscheinlichen Gegners werden adäquat beantworten können. Es gibt Kräfte und Mittel, um die Aggression im Anfangsstadium abzuwenden".

Solowjow erinnerte daran, dass zum Bestand des SK heute die 16. Luftarmee, die in Kubinka bei Moskau disloziert ist, sowie zwei Korps der Luftverteidigung gehören, die in Rschew /Gebiet Twer/ und in Balaschicha im Moskauer Umfeld disloziert sind. Ihre Stärke beträgt rund 50 000 Mann.

Seinen Worten nach haben die Fliegereinheiten moderne Technik in der Bewaffnung, darunter die Maschinen MiG-29, MiG-31, MiG-25, Su-24 und Su-27.

Die funktechnischen Truppen im Bestand des Spezialkommandos verfügen über Dreikoordinaten-Funkmeßstationen sowie neueste automatisierte Führungssysteme, die ermöglichen, sowohl Truppen als auch Waffen zu lenken.

Solowjow erklärte, dass einstweilen keine Notwendigkeit besteht, im Zusammenhang mit der Osterweiterung der NATO, und insbesondere mit der Aufnahme von Flugzeugen F-16 in das Diensthabende System in den zu diesem Block gehörenden Ländern, die Struktur des Diensthabenden Systems der Truppen des Spezialkommandos abzuändern.

„Außerdem wirken wir gut mit der Luftverteidigung und den Luftstreitkräften Weißrusslands zusammen", sagte Solowjow.

Die Truppen des Spezialkommandos /SK/ wurden auf der Basis des Moskauer Luftverteidigungsbezirks und der Luftstreitkräfte 2002 aufgestellt. (RIA)