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06-10-2004 Moskau Aktuelles
In Moskau will man die Biker zügeln
Dieser Tage wandte sich der Chef der Hauptverwaltung für Inneres der Stadt Moskau, Wladimir Pronin, an das Stadtparlament mit der Aufforderung, möglichst schnell ein Gesetz zu verabschieden, das Massenrasereien durch die Straßen der Hauptstadt verbietet.

Wie die Moskauer Zeitung Wremja nowostjej schreibt, ist es nicht ausgeschlossen, dass der jüngste Skandal, als einige Dutzend Biker wie alljährlich mit ihren Motorrädern durch die Stadt zogen, um die Saison abzuschließen, als Vorwand herhalten musste. Die Biker hatten bei dieser Gelegenheit die Jagd auf einen Jeep Land Rover Defender aufgenommen, der in ihre Kolonne eingedrungen war. Nach Augenzeugen griffen etwa 50 Motorradfahrer ein, als es darum ging, den Fahrer des Jeeps zu verprügeln und den Wagen umzustürzen. Die Ironie des Schicksals wollte es, dass der Vorfall sich gegenüber dem Amtssitz der Moskauer Verkehrspolizei auf dem Gartenring abspielte.

Die Zeitung erinnert in diesem Zusammenhang auch an eine Wette zwischen dem einzigen russischen Formel-1-Piloten, Sergej Slobin, und Fans des Autosports, die den Profi zu einem nächtlichen Wettrennen in der Hauptstadt herausforderten.

Die Miliz kann die Biker und Rennliebhaber für die Übertretung der Geschwindigkeitsbegrenzung und die Nichtbeachtung der Straßenmarkierungen bestrafen, doch fanden die Freunde des Rasens eine Gesetzeslücke, dank der sie die Straßenverkehrsordnung aushebeln konnten. Sie rasen auf den nächtlichen Moskauer Fahrbahnen in voller Straßenbreite, wodurch sie die nachfolgenden Fahrzeuge abdrängen. Auf diese Weise verstoßen sie weder gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung noch verletzen sie die Straßenverkehrsordnung. An dem eigentlichen Rennen beteiligen sich indes nur einige Fahrer, die auf ihren zwei- oder vierrädrigen Gefährten vorausbrausen.

Nach Meinung eines der Erfinder der russischen Meisterschaft nächtlicher Wettfahrten durch die Straßen der Stadt, Witalij, auch Bimmer genannt, sind die Mitarbeiter der Miliz selbst an Verkehrsunfällen schuld, denn sie kümmern sich nicht um den technischen Zustand der Straßen. "Sie sollten besser die Straßen in Ordnung bringen, denn gäbe es auch weniger Unfälle", so meint Witalij. (RIA)