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25-10-2004 Moskau Aktuelles
Dritter Kongress der Föderation jüdischer Gemeinden Russlands in Moskau
Der dritte Kongress der Föderation jüdischer Gemeinden Russlands (FEOR) wird am Montag im Moskauer jüdischen Gemeindezentrum stattfinden. Wie der FEOR-Exekutivdirektor Valeri Engel der RIA Nowosti gegenüber sagte, werden über 400 Delegierte aus 178 jüdischen Gemeinden, die der FEOR angehören, zum Kongress zusammentreten.

Am Forum werden sich der Hauptrabbiner Russlands, Berl Lazar, der Präsident der Föderation jüdischer GUS-Gemeinden, Lew Lewajew, Vertreter der Administration des Präsidenten der RF, der Botschaften einer Reihe von Ländern sowie der Geistlichen Verwaltung der Moslems Russlands und der Russisch-Orthodoxen Kirche beteiligen.

"Wir werden die Ergebnisse der FEOR-Tätigkeit in den letzten fünf Jahren zusammenfassen", teilte Valeri Engel mit. Wie er sagte, "sind diese Ergebnisse recht beeindruckend".

"In Russland bestehen heute 178 Gemeinden in 175 Städten des Landes, 35 Synagogen in 33 Städten, vier religiöse Hochschulen, 19 Schulen, 16 Kindergärten und 20 Gesundungssommerlager für Kinder mit jüdischer ethnokultureller Komponente. Neu gebaut wurden und renoviert sind elf jüdische Gemeindezentren. Geplant ist der Bau solcher Zentren noch in 30 Städten. Allein in den letzten zwei Jahren waren über 300 Tonnen Lebensmittel als Hilfe verteilt worden", betonte Engel.

All das zeugt nach seinen Worten davon, dass in den letzten Jahren in Russland die "Renaissance des religiösen und kulturellen jüdischen Lebens" erfolgt. "Ohne Unterstützung durch föderale und regionale Behörden wäre das kaum möglich", unterstrich der FEOR-Exekutivdirektor.

Dem Kongress steht es bevor, einige programmatische Momente zu bestimmen, wieviel Synagogen, wohltätige Verpflegungseinrichtungen, Schulen und Kindergärten heute in Russland notwendig sind.

Außerdem wird der Kongress einige Resolutionen, darunter über Maßnahmen zum Kampf gegen den Terrorismus, über den Stand der zwischenkonfessionellen Beziehungen in Russland, über den Kampf gegen den Antisemitismus auf der Alltagsebene und die Xenophobie, annehmen. Den FEOR bewegt insbesondere die Tätigkeit von Skinheads, betonte Engel.

"Wir werden auch die Frage über die Möglichkeit der Durchführung einer eigenen Volkszählung besprechen", teilte er mit.

Im Rahmen des bevorstehenden Kongresses, der das höchste FEOR-Organ ist, werden auch die Neuwahlen der Führung der Föderation stattfinden.

Die Föderation jüdischer Gemeinden Russlands ist als eine gesamtrussische religiöse Organisation des orthodoxen Judaismus registriert. Das FEOR-Hauptziel besteht in der Wiedergeburt des jüdischen Lebens in seiner ganzen Fülle und Vielfalt. (RIA)