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25-10-2004 Moskau Aktuelles
"Ikonen aus Privatsammlungen. Russische Ikonenmalerei des 14. - Anfang des 20. Jahrhunderts" im Rubljow-Museum
Im Zentralen Museum der altrussischen Kultur und Kunst, das auf dem Gelände des alten Spasso-Andronikow-Klosters gelegen ist, wurde die Ausstellung „Ikonen aus Privatsammlungen. Russische Ikonenmalerei des 14. - Anfang des 20. Jahrhunderts" eröffnet. Die heutige Exposition umfasst 150 Werke, die praktisch niemand und nie gesehen hat, schreibt die Zeitung „Kultura".

Die Veranstalter der Ausstellung haben die Ikonen aus 33 Privatsammlungen ausgewählt.

Die Exposition widerspiegelt alle wichtigsten Entwicklungsetappen der Ikonenmalerei im Verlauf von sieben Jahrhunderten, alle stilistischen Richtungen, alle führenden Zentren der Ikonenmalerei: Moskau, Gebiete von Rostow und Susdal, Twer und Pskow, Nowgorod Weliki und Nischni Nowgorod, Wologda und das Küstenland von Archangelsk.

Die Zuschauer haben die Möglichkeit, die Ikone „Die Fürsten Wladimir, Boris und Gleb" zu bewundern, die an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert nach der Tradition von Rostow geschaffen worden ist. Sie gehört Alexander Lipnizki, Mitveranstalter der Ausstellung. Ihre Reproduktion wurde nicht zufällig auf dem Banner untergebracht, denn drei erste legendäre Heilige von Altrussland wurden nur sehr selten gemeinsam dargestellt - in den Studiensammlungen des Rubljow-Museums fehlt ein solches Sujet.

Hier sind auch die äußerst seltenen Muster der Ikonographie der Muttergottes vertreten, z.B. Jewtropjewskaja. Viele Raritätsikonen sind durchaus würdig, als Meisterwerke bezeichnet zu werden. Dazu gehören die Ikone „Der nicht von Menschenhand geschaffene Erlöser" vom Ende des 14. Jahrhunderts, die älteste auf der Ausstellung. Sie stammt aus Rostow und wird bei Wladimir Logwinenko aufbewahrt, ferner „Der Feueraufstieg des Propheten Elias" vom Anfang des 15. Jahrhundrts, und „Die Verklärung des Herrn" /Ende des 15. Jahrhunderts/, „Mariä Verkündung" von Pskow, 16. Jahrhundert, „Der heilige Georg der Drachentöter" von Rostow und der spätere „Erlöser der Allherrscher" aus der Rüstkammer.

Bestimmt werden die Arbeiten von Simon Uschakow und jene, die dem Stil und der Herkunft nach diesem hervorragenden Meister zugeschrieben werden können, wie z.B. „Der nicht von Menschenhand geschaffene Erlöser" aus den 70er Jahren des 17. Jahrhunderts, das Interesse der Besucher erwecken.

Die jüngste Ikone „Der Erlöser‚ goldene Haare" stammt aus dem Jahre 1905. Diese Ikone kann von Michail Dikarew, einem der bekanntesten Moskauer Ikonenmaler vom Ende des 19. - Anfang des 20. Jahrhunderts, stammen. Zusammen mit Ossip Tschirikow und Wassili Gurjanow war er bestrebt, die Ikonenmalerei wieder auf das frühere hohe Niveau zu erheben. Dieser Kreis, zu dem auch die Lieferanten des Zarenhofs gehörten, wird heute „Faberge in der Ikone" genannt, den Anfang damit machte Wladimir Bondarenko, einer der Organisatoren des Projekts.

Bei der Vorbereitung der Ausstellung wurde mehr als die Hälfte der Exponate im Sektor für Museumsbegutauchtung, der seinen zehnten Jahrestag begangen hatte, gründlich untersucht. Im wissenschaftlichen Katalog wurden jede Ikone reproduziert und ihre Ikonographie, Herkunft und der Erhaltungsgrad beschrieben.

Nach der Idee des Kurators der Ausstellung soll sie eine Art Zusammenfassung der Ergebnisse des Ikonensammelns in Russland in den letzten drei Jahrzehnten darstellen. (RIA)