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13-12-2004 Moskau Aktuelles
Weltweite Uraufführung des "Phantoms der Oper" in Moskau stattgefunden
Die Geschichte des Genies der Bosheit, des entstellten und verrückten Bewohners der Welt hinter den Kulissen der Pariser Grand-Opera, die von dem Pariser Kriminalreporter Gaston Leroux ausgedacht wurde und 1910 das Licht der Welt erblickte, ist längst zum Klassiker geworden, so die Zeitung "Wremja Nowostej".

Seit fast einem Vierteljahrhundert denkt man beim "Phantom der Oper" in erster Linie an die Bühne von Broadway. Das Musical von Andrew Lloyd Webber spielte in Windeseile die größten Summen in der Geschichte des Genres ein und wurde zur Show des Jahrhunderts sowie zum Synonym für höchstklassige Unterhaltung erklärt.

Genauso sieht es in der großangelegten, vierzig Millionen Dollar teuren Verfilmung von Joel Schumacher aus, wo das Phantom recht prächtig erscheint und an eine riesige, mit einem schwarzen Trauerband versehene Schachtel teurer Pralinen erinnert. Eigentlich filmisch sind hier nur die schwarz-weißen Szenenübergänge, eine Stilisierung nach den Filmchroniken vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Das Phantom selbst (Gerard Butler) sieht zu glatt aus und wirkt auch ohne Maske nicht so schrecklich. Dabei hatten sich sowohl Travolta als auch Banderas ernsthaft für die Rolle vorbereitet, der letztere hatte sogar alle Arien einstudiert.

Im Endeffekt lässt sich eins feststellen: Sich "Das Phantom" anzusehen und anzuhören ist, als ob man beobachte, wie eine sehr lange Kerze allmählich herunterbrennt: es ist schön, wird aber nach und nach langweilig. Es ist ein 1-A-Film für Luxussäle und wird eher als Event für eine glamouröse Gesellschaft, nicht als Kunst aufgenommen. (RIA)