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29-01-2005 Moskau Aktuelles
Die Moskauer Biennale: Einheit der Gegensätzlichkeiten
Donnerstag Abend wurde die 1. Moskauer Biennale der modernen Künste unter dem Motiv "Dialektik der Hoffnung" eröffnet. Sie dauert, so schreibt die Zeitung Wedomosti, einen Monat.

Die modernen Künste, den Worten des Leiters der Föderalen Agentur für Kultur und Kinematografie, Michail Schwydkoi, zufolge "die unbequemen und der Macht unangepassten", entsandte Heerscharen zu den Moskauer Ausstellungsflächen. Außer der Hauptausstellung im Lenin-Museum, der Aktion auf der Metrostation Worobjowy Gory und dem Programm im Architekturmuseum (Projekt "Gespenste von Odessa" des bekanntesten Gastes der Biennale, Christian Boltanski und "Neue Arbeiten" der Israelin, Michal Rovner) zählen die Spezialprojekte der Biennale und das Begleitprogramm mehr als 60 Ausstellungen.















Die Wichtigsten der Begleitveranstaltungen werden im Zentralen Haus des Künstlers (dort wird schon die politisierteste, wenn man so sagen darf, Dissidentenausstellung der neuen Zeit unter dem Titel "Russland 2" gezeigt, die Marat Gelman organisierte), im Staatlichen Zentrum für Moderne Künste und in den beiden Gebäuden des Moskauer Museums der Modernen Kunst durchgeführt. Viele Galerien eröffneten schon ihre Ausstellungen. So kann man im XL die Videoinstallation von Aristarch Tschernyschow und Wladislaw Jefimow unter dem Titel KoMutazia sehen. Dort bekommt der Zuschauer die Möglichkeit, die Darstellungen der Künstler auf die unwahrscheinlichste und lächerlichste Weise zu transformieren. Das große Projekt "Die Invasion" gestaltete das Moskauer Haus der Fotografie für die Biennale. Das Puschkin-Museum zeigt die atemberaubende Videoinstallation des Klassikers der Video-Kunst, Bill Viola. Bei allen Veranstaltungen der Biennale werden etwa 300 Künstler erwartet.

Das Besondere der Biennale besteht darin, dass die modernen Künste in Russland immer mehr Bourgeoises und Glamourhaftes ausstrahlen. Das offizielle Programm strebt danach, dem zu entgehen.

Die internationale Mannschaft von Kuratoren schrieb in einem Artikel für den Katalog der Biennale: "Es kann sein, wir müssen das Gespenst Lenins mit dem Gespenst Christian Diors vermischen", womit sie den Geist der Ausstellung sehr genau umrissen. (RIA)