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16-04-2005 Moskau Aktuelles
Rauschgifte halten Einzug in Moskau - offenbar ernsthaft und für lange Zeit
Rund 1,5 Millionen Moskauer haben mindestens einmal im Leben Rauschgift probiert. Das teilte der stellvertretende Chef des Moskauer Amtes des Föderalen Dienstes für Drogenkontrolle (FDDK), Wassili Sorokin, am Freitag vor Journalisten mit.

Nach seinen Angaben sind etwa 29 000 Personen in den narkologischen Dispensaires der Hauptstadt erfasst. Nach Schätzungen der Mitarbeiter des Ministeriums für Gesundheit und soziale Entwicklung liegt diese Zahl siebenmal höher. "In der Hauptstadt haben insgesamt eine bis 1,5 Millionen Bürger mindestens einmal im Leben Narkotika oder Psychopharmaka probiert", sagte Sorokin.

Er teilte ferner mit, dass im Jahre 2004 in Moskau 11 793 Drogendelikte verübt wurden. 65 Prozent davon sind den schweren und besonders schweren Verbrechen zuzuordnen. Überwiegend werden Verbrechen im Zusammenhang mit Rauschgift durch Personen zwischen 17 und 27 Jahren begangen, fügte Sorokin hinzu.

Die Hauptorte der Verbreitung von Narkotika unter Jugendlichen sind Nachtclubs.

"In der Hauptstadt gibt es heute 1 600 Freizeitstätten für Jugendliche. In 170 davon wurden Fälle der Verbreitung bzw. des Konsums von Narkotika und Psychopharmaka registriert. Bei drei bis fünf solchen Stätten handelt es sich um böswillige Rechtsverletzer", so Sorokin.

Laut dem Experten werden in Freizeitstätten von Jugendlichen synthetische Narkotika aus der Amphetamin-Reihe, so MDMA, Extasy und LSD, konsumiert.

"Synthetische Narkotika kommen aus den Niederlanden und den Ländern der Baltischen Region über Sankt Petersburg in die Hauptstadt", bemerkte Sorokin.

Nach seinen Angaben wurden 2004 in der Hauptstadt 618 Kilogramm Rauschgiftmittel, darunter 300 Kilogramm Heroin, mehr als 80 Kilogramm Marihuana, 17 Kilogramm Haschisch, mehr als 80 Kilogramm Quecksilber und mehr als drei Kilogramm synthetische Narkotika sichergestellt.

Im vergangenen Jahr seien 69 Strafverfahren gegen Personen eingeleitet worden, die in Freizeitstätten Rauschgift verbreitet hatten, fügte Sorokin hinzu. (RIA)