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23-09-2005 Moskau Aktuelles
Moskaus Internationaler Kunstsalon – ein einmaliges Projekt auf dem russischem Kunstmarkt
Abends treffen sich Russlands VIP in der Moskauer Ausstellungshalle "Manege": Minister und andere namhafte Beamte, Großunternehmer, Galeristen usw.

In dem vor kurzem restaurierten historischen Gebäude wurde am 20. September der 2. Moskauer Internationale Kunstsalon eröffnet (Moscow World Fine Art Fair), an dem 68 Kunstgalerien aus dem In- und Ausland teilnehmen. Eine solche Menge Kunstschätze aus der Zeit zwischen dem 14. und dem 20. Jahrhundert aus Privatsammlungen hat Moskau noch nicht gesehen.

Ausgestellt sind byzantinische Ikonen, antiker Goldschmuck, Möbelstücke, die durchaus aus Versaille oder Sanssouci stammen könnten, Silbergefäße, Gobelins, asiatische Keramik, Münzen und alte Bände. Und unzählige Gemälde von Rubens, Renoir, Monet, Chagal, Dali, Picasso, Lege, Warhol und anderen. 15 Prozent der Teilnehmer des Salons sind russische Galerien aus Moskau und Sankt Petersburg.

Die Tiefetage der Manege wurde in eine provisorische Schatzkammer verwandelt: Dort strahlen Diamanten, Smaragde, Rubine und Saphire in Platin, Gold und Silber. Alle Hochglanzmagazine haben bereits Bilder des zum Gastspiel eingetroffenen Edelschmucks gebracht.

Zufällige Besucher gibt es wenig, und dann sind es solide Ausländer oder euphorische Freundinnen von Geschäftsleuten, zumeist mit beachtlichen Diamanten schwer behängt.

Die Veranstalter bezeichnen den Salon als ein "Pilotprojekt". Sein Ziel bestehe darin, den Erwerb von Kunstschätzen durch Privatsammler zu stimulieren. Allerdings meint Yves Bouvier, Präsident der Gesellschaft Art Culture Studio, die die Schau veranstaltet, die 18-prozentige Mehrwertsteuer sei ein ernsthaftes Hindernis auf dem Weg der Kunstschätze nach Russland.

Patrick Hourcade, Chefdesigner des Salons, ließ sich bei der Gestaltung der Ausstellungsräume von der klassizistischen Architektur der 1817 errichteten "Manege" sowie von der Renaissance-Architektur der berühmten Avenue Montaigne, der Pariser Boutique-Straße, inspirieren.

Zu den Teilnehmern des Salons gehören führende Unternehmen des Kulturmarkts aus Frankreich, England, Belgien, den USA, Deutschland und anderen Ländern: Marlborough, Krugier Ditesheim & Cie, Burkhard Eikelmann, Marks, Steinitz usw.

Für die russischen Galeristen ist der Salon eine gute Schule, bei der ihre erfahrenen ausländischen Kollegen Vorträge halten. Allerdings ist es noch nicht klar, wie viel Zeit vergehen muss, bis sich die creme de la creme der Kunstsammler in Moskau versammeln wird, wie sie das jeden Frühling in Maastricht, jeden Sommer in London und Monte Carlo und jeden Herbst in Paris tut. Das Experiment hat sich aber gelohnt. Nach Ansicht von Yves Bouvier hat der russische Kunstmarkt ein Riesenpotential. Der 2. Internationale Kunstsalon bot den russischen Kunstsammlern neue Möglichkeiten. (Olga Sobolewskaja, RIA-Nowosti-Kommentatorin).