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19-07-2006 Moskau Aktuelles
Russlands Metropole zahlt mehr als 20 Millionen Euro für neues Image
Moskaus Oberbürgermeister Juri Luschkow hat am Dienstag ein Programm der Moskauer Stadtverwaltung zur Verbesserung des internationalen Ansehens der russischen Metropole gebilligt. Die Beamten wollen "das negative Medienbild und die Blockade der positiven Berichte über Moskau in den westlichen Medien" überwinden, die Attraktivität der Stadt für Investitionen steigern und Touristen anlocken.

Wie "Kommersant" am Mittwoch berichtet, sollen mehr als 700 Millionen Rubel bzw. mehr als 20 Millionen Dollar dafür ausgegeben werden.

Hilfe erwarten die Beamten dabei gerade von ausländischen Medien. Geplant sind mehrere Pressereisen für ausländische Journalisten sowohl im Sommer (eine Moskwa-Fahrt) als auch im Winter (die Kulturmesse "Russischer Winter") sowie Empfänge für diplomatische Missionen. Das Programm sieht außerdem die Herausgabe mehrerer thematischer Zeitschriften, Moskaus Nominierung für die Veranstaltung internationaler Konferenzen und Messen sowie "die Arbeit mit Organisationen von Landsleuten im Ausland" vor.

In internationalen Ratings schneidet Moskau überaus bescheiden ab. Auf der Anfang Juli veröffentlichten Liste der internationalen Consultingfirma Mercer Human Resource Consulting steht die russische Hauptstadt an der Spitze der teuersten Städte der Welt. Die Consultinggesellschaft Cushman and Wakefield setzte Moskau im Oktober 2005 auf Platz 28 von insgesamt 30 in ihrer Liste der für Unternehmer wenig attraktiven Städte.

Auch große internationale Unternehmen sollen die Politur für Moskaus Image mitfinanzieren. Wie Jewgeni Kusnezow, Direktor für Studien und Spezialprojekte der der Stadtadministration nahe stehenden Gesellschaft Imageland PR, mitteilte, gibt es solche Business-Schemen in den meisten Metropolen der Welt: "Die New York City Marketing schließt beispielsweise Verträge mit großen Handelsmarken über die Verwendung der Stadt-Symbole, was rund 160 Millionen Dollar im Jahr einbringt."

Vorerst aber hat niemand sonst die Idee einer Image-Verbesserung unterstützt. "All das ist ein völliger Unsinn", meint Alexej Nawalny, Exekutivsekretär des Komitees für den Schutz der Rechte der Moskauer und Vizechef der Moskauer Organisation der Partei Jabloko. "Die Beamten waren einfach vom schlechten Abschneiden Moskaus in den internationalen Ratings erschüttert. Dieses Geld ließe sich besser anlegen, z. B. für den Bau von Hotels und für die Gewährleistung der Sicherheit von Touristen." [ RIA Novosti ]