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22-05-2009 Moskau Aktuelles
Baden-Württemberg stellt sich in Moskau vor
Begleitet von einer großen Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation wird Minis-terpräsident Günther H. Oettinger am Montag (25. Mai 2009) in die russische Hauptstadt Moskau reisen. Mit einer viertägigen Veranstaltungsreihe „Baden-Württemberg in Moskau“ präsentiert sich das Land als Partner der russischen Wirtschaft sowie als hoch attraktiver Standort im Herzen Europas.



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Aufgrund des großen Interesses bei mittelständischen Unternehmen aus Baden-Württemberg wird die Delegation des Ministerpräsidenten mit rund 230 Teilnehmern die größ-te sein, die jemals ein deutsches Bundesland nach Moskau entsandt hat. Unter den Teilnehmern sind Europaminister Prof. Dr. Wolfgang Reinhart, Finanzminis-ter Willi Stächele, Wirtschaftsminister Ernst Pfister und Landtagspräsident Peter Straub sowie Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Dietrich Birk.

Oettinger betonte im Vorfeld der Reise, dass es in wirtschaftlich schwierigen Zei-ten besonders wichtig sei, Auslandskontakte gezielt zu verstärken, vor allem dort, wo nach überstandener Krise weiteres strukturelles Wachstum zu erwarten sei. „Obwohl ebenfalls stark von der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen, bleibt Russland ein äußerst attraktiver Markt und Standort für baden-württembergische Unternehmen“, sagte der Ministerpräsident am Freitag (22. Mai 2009) in Stuttgart. Die Wirtschaftsstruktur Russlands befinde sich im Umbau und die Nachfrage nach Waren, Dienstleistungen und Partnerschaften mit Unternehmen und Institutionen aus Baden-Württemberg wachse weiter ste-tig. „Unsere Unternehmen haben im Grunde alles, was die russische Volkswirt-schaft benötigt: Modernste Maschinen und Anlagen zur industriellen Produktion, innovative Produkte zur Energieerzeugung und -einsparung, modernste Techno-logie und Know-how im Gesundheitssektor, Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugtei-le, attraktive Konsumgüter in absoluter Premiumqualität sowie innovative Tech-nologien und Ingenieurleistungen“, erklärte Oettinger.

Baden-Württemberg-Tage in Moskau

Vor diesem Hintergrund werde mit den vom 25. bis 27. Mai in Zusammenarbeit mit der Moskauer Stadtregierung organisierten „Baden-Württemberg-Tagen“ in Moskau die richtige Veranstaltungsreihe zum richtigen Zeitpunkt veranstaltet, sagte Oettinger. Trotz seiner weltbekannten Industriegrößen solle Baden-Württemberg in Moskau als klassisches Land des Mittelstands mit einer einmali-gen Dichte an Weltmarktführern („Hidden Champions“) noch bekannter werden. „Über all diese Vorzüge hinaus will sich der deutsche Südwesten in Moskau als Land der Kultur, der Lebensart und landschaftlichen Schönheit, als touristisches Ziel und „Genießerland“ präsentieren“, sagte der Regierungschef.

Die meisten Veranstaltungen der Baden-Württemberg-Tage finden im großen Kongresszentrum „Haus der Moskauer Regierung“ an Moskaus gefragter Fla-niermeile Novi Arbat statt. Mit einem Wirtschaftsforum unter dem Titel „Baden-Württemberg – ein starker Wirtschaftspartner für Moskau“ mit Fachforen, Bran-chen- und Firmenpräsentationen zu den Themen „Innovation, innovative Produk-tionstechnik“, „Medizintechnik und Gesundheit“, „Leben und Arbeiten in Metro-polregionen“ und „Internationale Verflechtungen des Automobillandes Baden-Württemberg“ sowie einer parallel stattfindenden Kooperationsbörse von „Ba-den-Württemberg International (bw-i)“ würden Potentiale von besonderem russi-schem Interesse vorgestellt, erläuterte Oettinger.

Hochrangige politische Gespräche

Zur Vertiefung der Zusammenarbeit in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur wird Ministerpräsident Oettinger in Moskau Gespräche mit hochrangigen Regie-rungsmitgliedern der Russischen Föderalen Regierung führen.

Weitere Gespräche werden mit der Spitze der gastgebenden Stadt Moskau statt-finden, um die 2007 vereinbarte Kooperation auszubauen.

Große Kooperationspotentiale im Bereich Wissenschaft

Auf dem Besuchsplan der Wissenschaftsdelegation steht die Unterzeichnung ei-nes Memorandums zwischen dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der Moskauer Staatsuniversität / Lomonossov Universität (MSU) am 26. Mai. „Die Lomonossov Universität ist nicht nur eine der wichtigsten Universi-täten Russlands, sondern auch ein bedeutendes Zentrum wissenschaftlicher Ex-zellenz in Moskau. Sie ist eine der wichtigsten Partnerhochschulen Baden-Württembergs in Russland. Wir wollen mit diesem Freundschaftsabkommen ei-nen Rahmen schaffen für die vielfältigen Kooperationsvereinbarungen, die auf Universitäts- oder Fakultätsebene bereits mit fast allen unserer neun Universitä-ten bestehen. Diese sollen auf dieser Basis künftig noch weiter ausgebaut wer-den“, sagte Oettinger im Vorfeld der Unterzeichnung.

Beim „Wissenschaftsforum Baden-Württem¬berg/Russland“ zum Thema „Nano-technologie“ stelle das Forschungsland Baden-Württemberg zudem seine inter-national anerkannten Leistungen in einer Spitzentechnologie vor, die in Russ-land einen herausragenden Stellenwert genieße und deshalb großes Kooperati-onspotential biete.

Einweihung German Centre Moskau

Am Mittwoch (27. Mai) wird der Ministerpräsident das in der Trägerschaft der Landesbank Baden-Württemberg in Moskau errichtete „German Centre“ einwei-hen. Es wird über 100 mittelständischen Firmen aus Deutschland Büroräume und ein ganzes Bündel wichtiger Dienstleistungen bieten. „Damit bietet das Centre beste Bedingungen dafür, auf dem international zunehmend umkämpften russischen Markt zu bestehen“, hob Oettinger vor der Abreise nach Moskau her-vor. „Das German Center Moskau am attraktiven Standort „nagatino-i-land“, di-rekt am Ufer der Moskwa, ist das Leuchtturmprojekt unserer Zusammenarbeit mit Moskau und der russischen Föderation.“ Nach Singapur, Jakarta, Beijing, Shanghai, Mexiko City und New Delhi werde dieses in Baden-Württemberg kon-zipierte Erfolgsmodell deutscher Außenwirtschaftspolitik jetzt auch auf Moskau übertragen.

„Die bereits im Vorfeld der Baden-Württemberg-Tage zu spürende positive Re-sonanz in Moskau lässt darauf schließen, dass man in Russland zu schätzen weiß, dass Baden-Württemberg in wirtschaftlich schwierigen Zeiten keine Kon-takte abreißen lässt und die Partnerschaft mit Moskau und Russland weiter vor-an bringen will“, sagte der Ministerpräsident.

Konzert mit hochbegabten Musikern beider Länder

Als kulturelles Symbol der Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Russland werde das Interregionale Sinfonieorchester Baden-Württemberg (IRO) am Dienstag (26. Mai) in der Moskauer Neuen Oper mit Beethovens Chorfanta-sie und der c-moll-Messe von W.A. Mozart konzertieren. Unter der Regie des Landesmusikrates Baden-Württemberg bilden junge, hochbegabte Musiker bei-der Länder erstmals ein gemeinsames Ensemble in Moskau“, das von Peter Til-ling (geb. 1975) dirigiert wird.