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07-11-2009 Moskau Aktuelles
Zehntausende Russen gedenken der Oktoberrevolution von 1917
Zehntausende Anhänger der Kommunisten sind zum Jahrestag der Oktoberrevolution 1917 in Russland auf die Straßen gegangen, obwohl der Feiertag bereits seit vier Jahren abgeschafft ist. In der Hauptstadt Moskau marschierten am Samstag Tausende mit roten Fahnen mit Hammer und Sichel durch die Innenstadt zu einer Kundgebung vor der Karl-Marx-Statue in der Nähe des Bolschoi-Theaters.



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Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge wurden im Anschluss an die Kundgebung in Moskau bis zu 20 Aktivisten der Partei Linke Front festgenommen, unter ihnen Parteichef Sergej Udalzow. Ansonsten verlief die Veranstaltung offenbar überwiegend friedlich. In St. Petersburg, der Wiege der Revolution, gingen rund 1500 auf die Straßen. Sie trugen Schilder mit Slogans wie "Nieder mit dem Kapitalismus" und "Reformen der Regierung, Tod Russlands".

Eine Demonstrationsteilnehmerin in St. Petersburg, Tatjana Temnikowa, sagte, in der früheren Sowjetunion habe Ausbildungssicherheit bestanden und es sei ein "würdiges Leben" für sie und ihre Kinder möglich gewesen. "Heute weiß ich nicht, was aus meinen Enkeln werden wird", sagte die 70-jährige Rentnerin.

Interfax zufolge wurden landesweit mehr als 150.000 Demonstranten erwartet, mehr als 10.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz. 2005 hatte der damalige Präsident Wladimir Putin zum Entsetzen der Kommunisten den 7. November als Nationalfeiertag abgeschafft, der in der Sowjetunion mit großem Pomp begangen wurde. Statt dessen ernannte er den 4. November zum Tag der Einheit des Volkes. Das Datum erinnert an das Ende der polnischen-litauischen Besetzung Moskaus im Jahr 1612. [ afp/russland.RU ]