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25-03-2010 Moskau Aktuelles
Stalin-Plakatkampagne in Moskau stößt auch im Kreml auf Kritik
Eine umstrittene Plakatkampagne mit Stalin-Porträts in Moskau zum 65. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg stößt auch im Kreml auf Kritik. Das von Präsident Dmitri Medwedew eingesetzte Organisationskomitee für die Siegesfeiern werde die Stalin-Plakate nicht aufhängen, sagte der Chef des Gremiums, Viktor Chrekow, der Zeitung "Nesawissimaja Gaseta".



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Gleichwohl könne das Komitee die Plakate aber auch nicht verhindern, weil es keine auf kommunaler Ebene getroffene Entscheidung der Moskauer Stadtverwaltung aufheben könne.

Ein namentlich nicht genanntes Komiteemitglied sagte der Zeitung "Kommersant", die Stadtverwaltung der russischen Hauptstadt solle die ablehnende Haltung des Organisationskomitees als Empfehlung verstehen. Das Moskauer Rathaus wollte sich zunächst nicht zu den Berichten äußern.

Der im Februar bekannt gewordene Plan, den 1953 gestorbenen Diktator Stalin bei der Parade zum Kriegsende mit Porträts und Informationstafeln zu würdigen, hatte in Russland eine heftige Debatte ausgelöst. Während sich Moskaus Bürgermeister Juri Luschkow hinter das Projekt stellte, übte unter anderen Parlamentspräsident Boris Gryslow Kritik, der der Partei Einiges Russland von Regierungschef Wladimir Putin angehört. Die Menschenrechtsorganisation Memorial kündigte bereits eine Gegenkampagne an.

Die Bewertung Stalins ist in der russischen Öffentlichkeit umstritten. Während die einen ihn vor allem als Bezwinger Nazi-Deutschlands sehen, verweisen Historiker und Menschenrechtsorganisationen wie Memorial auf die millionenfache Ermordung unschuldiger Menschen unter seiner fast drei Jahrzehnte dauernden Herrschaft. [ russland.RU ]