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04-08-2006 Russland und Nahost
Russland tritt für sofortige Waffenruhe in Nahost ein - Venezuela beruft seinen Botschafter aus Israel ab
Nur eine sofortige Waffenruhe würde die notwendigen Bedingungen für eine politische Regelung im Nahen Osten schaffen, sagte der Sekretär des russischen Sicherheitsrats Igor Iwanow. "Wir werden darauf bestehen, sowohl vor der UNO als auch bei Gesprächen mit unseren Partnern", sagte er am Freitag bei einem Treffen mit dem Leiter der Parlamentsmehrheit im Libanon, Saad Hariri.

Russland sei zutiefst besorgt über die dramatische Entwicklung im Libanon und im gesamten Nahen Osten, die nutzlosen Bombardements kosten unschuldigen Menschen sowohl in Israel als auch im Libanon das Leben, stellte Iwanow fest. "Wir setzten uns für eine unverzügliche Einstellung des Feuers ein".

Daraufhin bat Hariri Russland, auf Israel Einfluss zu nehmen, um eine Waffenruhe zu erwirken und eine friedliche Lösung des Konflikts zu ermöglichen. "Russland hat den Libanon in schweren Zeiten immer unterstützt", erinnerte Hariri.

Iwanow schlug vor, Maßnahmen zu erörtern, die Russland gemeinsam mit der libanesischen Regierung treffen kann, um den Konflikt beizulegen.

Venezuela beruft seinen Botschafter aus Israel ab

Aus Protest gegen das Vorgehen der israelischen Armee im Südlibanon hat Venezuela seinen Botschafter aus Tel Aviv abberufen.

"Venezuela kann nicht zuschauen, wie amerikanische Flugzeuge mit israelischen Erkennungszeichen unschuldige Kinder und Frauen im Libanon und in Palästina umbringen", sagte Chavez am Donnerstag in Caracas. Die Abberufung des Botschafters bedeute aber keinesfalls einen sofortigen Bruch der Beziehungen mit Israel.

Chavez kritisierte den UN-Sicherheitsrat wegen "Unschlüssigkeit" und warf den USA "Unterstützung des israelischen Völkermordes an Libanesen und Palästinensern" vor.

Die libanesische und die jüdische Gemeinde in Venezuela sind die größten in Lateinamerika.

Israel schneidet Verkehrsverbindungen zwischen Beirut und Tripolis ab

Die israelische Luftwaffe hat am Freitag einige Brücken nördlich von Beirut bombardiert. Die Angriffe führten zur Störung der Verkehrsverbindungen zwischen der libanesischen Hauptstadt und der zweitgrößten Stadt des Landes, Tripoli.

Nur noch die Küstenstraße verbindet die beiden Landesmetropolen.

Die Ausweitung der israelischen Luftangriffe erfolgte einen Tag nachdem der Generalsekretär der libanesischen Hisbollah-Bewegung, Hassan Nasrullah, in einer vom Fernsehen übertragenen Botschaft erklärt hatte, dass seine Bewegung das israelische Bombardement im Zentrum von Beirut mit Raketenschlägen gegen Tel-Aviv beantworten werde.

Vier israelische Soldaten sind am Donnerstag bei Zusammenstößen mit Hisbollah-Milizen im Südlibanon ums Leben gekommen, erfuhr RIA Novosti aus dem Presseamt der israelischen Armee.

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Am gleichen Tag wurden acht israelische Zivilisten bei einem massiven Raketenangriff getötet. Nach Angaben des Militärs schlugen in Nordisrael 213 Raketen ein.

Seit Beginn der Kampfhandlungen verloren die israelischen Truppen 41 Soldaten an Toten. Die Raketenangriffe aus dem Libanon kosteten seit dem 12. Juli 27 Zivilisten das Leben.

Angesichts des massiven Raketenbeschusses und der neuen Opfer unter den Zivilisten kündigte die Führung in Tel Aviv eine wesentliche Ausweitung der Bodenoperation im Südlibanon an. Um die Raketenangriffe zu unterbinden, soll die israelische Armee dort eine drei bis sechs Kilometer lange Pufferzone schaffen.

Am Donnerstag erteilte der israelische Verteidigungsminister Amir Perez laut örtlichen Medienberichten der Armee den Befehl, sich auf eine Säuberung des Südlibanons bis zum Fluss Litani (etwa 20 Kilometer von der Grenze) vorzubereiten. Im Rahmen der Aktion soll die Armee Dutzende von Kleinstädten und Siedlungen sowie die große Hafenstadt Tyrus einnehmen. Ziel ist es, den libanesischen Kämpfern die Möglichkeit zu nehmen, Arasch-Raketen auf Israel abzufeuern, auf die der Löwenanteil des Hisbollah-Arsenals entfällt.

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert machte inzwischen deutlich, die Armee werde im Südlibanon verbleiben, bis dort ein internationales Friedenskontingent stationiert ist, das Hisbollah von der israelischen Grenze fernhalten soll. [ RIA Novosti  / russland.RU ]