russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



04-08-2006 Russland und Nahost
Russland fordert sofortige Einstellung der Kampfhandlungen im Nahostkonflikt
Russland fordert entschieden von allen in den libanesisch-israelischen Konflikt verwickelten Seiten, der Gewalt ein Ende zu setzen, die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen und zu politischen Methoden der Regelung der Krise überzugehen. Das erklärte Russlands erster Vizeaußenminister Andrej Denissow am Freitag zu Beginn seines Gesprächs mit Saad Hariri, Chef der libanesischen Parlamentsmehrheit, in Moskau.

"Wir sind über die Katastrophe besorgt, die Ihr Land erlebt, und bemühen uns beharrlich um Wege zur Überwindung der Krise", so Denissow.

Hariri betonte seinerseits, dass die Position der libanesischen Staatsführung diesbezüglich mit der Haltung Russlands identisch ist. Es muss eine für beide Seiten annehmbare Lösung gefunden werden, erklärte er.

Saad Hariri war am Vortag in Moskau eingetroffen. Am Freitag verhandelte er mit dem Sekretär des Sicherheitsrates Russlands, Igor Iwanow.

Frankreich bringt neuen Resolutionsentwurf im UN-Sicherheitsrat ein

Frankreich hat am Donnerstag unter den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates einen neuen Resolutionsentwurf zur Beilegung des bewaffneten Konfliktes im Südlibanon verbreitet.

Das Dokument enthält die Forderung nach einer "sofortigen Einstellung der Kampfhandlungen" und verweist auf die Notwendigkeit der "Schaffung von Bedingungen für einen nachhaltigen Waffenstillstand".

Die Voraussetzungen schließen ein: das bedingungslose Respektieren der Souveränität und der territorialen Integrität Israels und des Libanon; die Unveränderlichkeit der von der UNO festgelegten libanesisch-israelischen Grenze, der so genannten Blauen Linie; die Befreiung der beiden israelischen Militärangehörigen, deren Entführung zum Ausbruch der breitgefächerten Kampfhandlungen geführt hatte; die Entwaffnung der paramilitärischen Formationen im Libanon; die Ausweitung der Kontrolle der libanesischen Regierung über das gesamte Territorium des Landes; die Demarkierung der libanesischen Grenze auf ihrer gesamten Länge, darunter des umstrittenen Schebaa-Streifens; die Errichtung einer Sicherheitszone von der Blauen Linie bis hin zum Litani-Fluss, in der nur die libanesische Armee und die UN-Truppen Waffen tragen dürfen, und die Regelung der Frage der libanesischen Häftlinge in den israelischen Gefängnissen.

Wie der Ständige Vertreter Frankreichs bei der UNO, Jean-Marc de la Sabliere, gegenüber Journalisten bemerkte, zweifelt er trotz des "realen Fortschritts", den die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats bei der Abstimmung der Festlegungen im Entwurf erzielt haben, dass die Resolution noch in dieser Woche gebilligt wird. Paris besteht auf der Einstellung der Kampfhandlungen als unabdingbare Voraussetzung für den Beginn der Diskussionen über die Stationierung der internationalen Stabilisierungstruppe im Südlibanon. Ihren Kern sollen nach verschiedenen Berichten französische Militärangehörige bilden.

Washington meint unterdessen, dass die Stationierung des Kontingents, welches die Hisbollah-Kämpfer entwaffnen soll, gleichzeitig mit der Feuereinstellung erfolgen müsse.

Frankreich legt bereits den zweiten Entwurf einer Resolution des UN-Sicherheitsrats über die Regelung der Lage im libanesisch-israelischen Grenzgebiet vor. Gegenüber der ersten Variante vom vergangenen Sonnabend werden die Bedingungen eines nachhaltigen Waffenstillstandes bedeutend detaillierter ausgeführt. [ RIA Novosti  / russland.RU ]