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11-08-2006 Russland und Nahost
Russland will in eigenem Text dreitägige Waffenruhe fordern
Die Verhandlungen des UN-Sicherheitsrats über eine gemeinsame Libanon-Resolution mit der Forderung nach einem Waffenstillstand sind am Donnerstag (Ortszeit) zunächst gescheitert. Frankreich und die USA hätten sich immer noch nicht verständigt und verhandelten weiter, sagte der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin in New York.

Der bisher diskutierte Resolutionsentwurf würde keinen unmittelbaren Fortschritt bringen. Er kündigte an, Russland werde noch am Donnerstag einen eigenen Text vorlegen, der eine sofortige dreitägige Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz fordere und über den am Freitag abgestimmt werden könne.

Der russische UN-Botschafter sagte, die humanitäre Lage im Libanon werde katastrophal. Ein Einstellen der Kampfhandlungen für 72 Stunden würde erlauben, der Bevölkerung zu helfen. In der gewonnenen Zeit könnten weiter nach einer politischen Lösung der Krise gesucht werden. Der russische Resolutionstext habe nicht zum Ziel, die diplomatischen Bemühungen der USA oder Frankreichs zu unterlaufen, betonte Tschurkin.´

Der libanesische Außenminister Fausi Salluch wies in einem Interview mit dem arabischen Satelliten-Senders El Dschasira die bisherigen Vorschläge Frankreichs und der USA zurück. "Wir haben die beiden Resolutionsentwürfe erhalten, den von Frankreich und den der USA. Aber keiner der beiden Texte entspricht den Hoffnungen der Libanesen, vor allem auf die Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand", sagte Salluch.

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Großbritannien und Frankreich hatten zuvor Hoffnungen auf eine baldige Einigung auf eine Libanon-Resolution gemacht. Der britische Premierminister Tony Blair sei zuversichtlich, dass sich der Rat noch innerhalb der nächsten 24 Stunden einigen werden, sagte eine Sprecherin des britischen Regierungschefs am Abend in London. Auch Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy kündigte an, sein Land erwarte "vom einen auf den anderen Moment in New York" eine Übereinkunft. In den vergangenen 24 Stunden habe es "sehr positive Entwicklungen" gegeben. Er hoffe, dass sich die Dinge in den kommenden Stunden "noch schneller bewegen".

Frankreich hatte durchblicken lassen, dass die Resolution einen schrittweisen Rückzug Israels aus dem Süden Libanons bringen könnte. Dabei sollten Regierungstruppen aus Beirut die israelische Armee ablösen, welche Krieg gegen die schiitische Hisbollah-Miliz führt.