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25-08-2006 Russland und Nahost
Putin könnte Friedenssoldaten in den Libanon entsenden
Schon in den n√§chsten Tagen kann im Kreml eine Entscheidung √ľber die Entsendung eines russischen Friedenskontingents in den Libanon getroffen werden, schreibt die Tageszeitung "Kommersant" am Freitag. Damit will Moskau auf die Ausf√§lle Georgiens und Moldawiens reagieren, die russischen Friedenskr√§fte seien uneffektiv.

Außerdem könnte damit Russland ein großes Ansehen in der islamischen Welt erwerben. Viele Moskau-Partner im Orient können sich eine Entsendung muslimischer Einheiten aus Tschetschenien vorstellen.

Wie es im Verteidigungsministerium Russlands hieß, sei zur Entsendung russischer Friedenskräfte in den Libanon nahezu alles bereit: "Russlands Teilnahme an dieser Operation ist möglich und sogar wahrscheinlich." Die in diesem Jahr gebildete erste Friedensbrigade von mehr als 2 000 Mann stehe in der Stadt Samara bereit.

"Eine Teilnahme unserer Jungs aus den Bataillons ,West' und ,Ost' des Verteidigungsministeriums an der Friedensmission im Libanon w√§re durchaus angebracht", sagte Said-Magomed Issarajew, Pressesekret√§r des tschetschenischen Pr√§sidenten Alu Alchanow. "Die tschetschenischen Soldaten, die einen Krieg hinter sich haben, wissen den Frieden zu sch√§tzen und werden sich deshalb bem√ľhen, weitere Zusammenst√∂√üe zwischen den in den Konflikt verwickelten Seiten zu verhindern."

Nicht weniger enthusiastisch reagierte auch Tschetscheniens Premier Ramsan Kadyrow am Donnerstag auf eine m√∂gliche Entsendung tschetschenischer Einheiten in den Libanon. Wie er beteuerte, werde ein entsprechender Befehl des Oberbefehlshabers "jederzeit erf√ľllt".

Die Einstellung von Michail Margelow, Chef des ausw√§rtigen Ausschusses des F√∂derationsrates, zu dieser Idee ist dagegen negativ: "Russland sollte sich auf die Entsendung von Hilfsg√ľtern beschr√§nken und keine ,Blauhelme' dorthin entsenden", sagte er. "Deutschland kann beispielsweise keine Soldaten in den Libanon entsenden, weil die Deutschen w√§hrend des Zweiten Weltkrieges viele Juden get√∂tet haben. Wir k√∂nnen aber unsere Milit√§rs nicht dorthin entsenden, weil der russische Soldat niemals auf Araber oder Juden geschossen hat. Die Lage dort ist aber derma√üen akut, dass es dazu durchaus kommen k√∂nnte." [ RIA Novosti ]