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12-09-2006 Russland und Nahost
Russland schickt Pionierbataillon in den Libanon
Ein russisches Pionierbataillon wird bereits Ende September in den Libanon entsandt. Die russischen Soldaten folgen einer Anfrage der libanesischen Regierung und werden nicht zum UN-Friedenskontingent gehören,

schreibt die Tageszeitung "Kommersant" am Dienstag. Wie aus dem russischen Verteidigungsministerium zu erfahren war, entsendet Moskau seine Einheit selbständig in den Libanon, da man sich keinen Nato-Generälen unterstellen wolle.

Ferner sollen russische Militärangehörige nicht an potentiell lebensgefährlichen Operationen teilnehmen, weil "Tschetscheniens Wunden noch nicht vernarbt sind", erklärte ein Sprecher des Ministeriums.

Das russische Kontingent werde außerhalb der Zone der UN-Friedensoperation eingesetzt und folge ausschließlich den Befehlen des Stabs der Rückwärtigen Dienste der russischen Streitkräfte. "An den Friedensoperationen werden wir nicht teilnehmen", betonte Russlands Verteidigungsminister Sergej Iwanow am Montag bei einer Beratung des Präsidenten mit Regierungsmitgliedern.

Laut unterschiedlichen Quellen werde das russische Kontingent 350 bis 2 000 Mann stark sein.

Die geplante Operation könne sich für die russische Armee als überaus nützlich erweisen. Derzeit verfügen die russischen Streitkräfte nicht über Schiffe der Hilfsschiffsflotte, die für die Beförderung von Pioniereinheiten geeignet wären. Deshalb wird das Kontingent mit Zivilschiffen in den Libanon gebracht, in erster Linie mit Containerschiffen. Damit werden Mobilisationsmöglichkeiten der Handelsflotte praktisch getestet. Gleichzeitig kann die russische Armee die Gelegenheit bekommen, ihre Depots von veralteten Ausrüstungen zu entlasten. Wie das Verteidigungsministerium verlautete, wird hauptsächlich alte Technik in den Libanon entsandt, die anschließend den Libanesen geschenkt werden könnte. [ RIA Novosti ]