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06-10-2006 Russland und Nahost
Tschetschenische Soldaten für Russland im Libanon
Der Einsatz eines russischen Pionierbataillons, das zerstörte Brücken wiederaufbauen soll, wird von einem 55 Mann starken Schutztrupp gesichert, die ebenfalls im Libanon eingetroffen ist.



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Die Schutztruppe wird die russischen Pioniere bei Instandsetzungsarbeiten und bei den Standortwechseln im Libanon bewachen. Nach Angaben von Russlands Verteidigungsminister Sergej Iwanow setzt sich der Schutztrupp aus zwei Zügen zusammen, die mit Angehörigen der russischen Bataillone "Ost" und "West" komplettiert sind. Ihrerseits gehören die Bataillone zu der in der Tschetschenischen Republik stationierten 42. Division. Alle im Libanon eingesetzten Armeeangehörigen leisten ihren Dienst auf Vertragsbasis.

Nach Angaben der Wochenzeitschrift "Jeschenedelny Schurnal" (www.ej.ru) sind die Bataillone "Ost" und "West" dem Verteidigungsministerium in Moskau unterstellt. Zu den Formationen gehören hauptsächlich Tschetschenen. Aber es gibt auch einige wenige Soldaten aus anderen Regionen Russlands.

Kernstück des Bataillons "Ost" sind einige dutzend Tschetschenen aus dem "Zweiten Bataillon der Nationalgarde der Tschetschenischen Republik Itschkerija", die auf die Seite der föderalen Kräfte Russlands übergegangen sind. Das Bataillon wird von Sulim Jamadajew befehligt. Während des ersten Tschetschenien-Kriegs hatten die Brüder Sulim, Chalid und Dschabrail Jamadajew gegen die föderalen Truppen gekämpft. Nach Beendigung des Krieges kontrollierten die Brüder die Stadt Gudermes und nahmen Kontakt zu den Wahhabiten auf. Zu Beginn des zweiten Tschetschenien-Krieges übergaben sie die Stadt kampflos den föderalen Kräften. Nach Angaben der Wochenzeitschrift wurde das Bataillon im Herbst 2004 aufgestellt und ist jetzt knapp 470 Mann stark. Die Formation ist für die tschetschenischen Gebirgsregionen Wedeno und Noschai-Jurt sowie den angrenzenden östlichen Teil des Flachlandes zuständig.

Das Bataillon "West" wird von Said-Magomed Kakijew geführt. Im Bataillon ist eine Gruppe von Tschetschenen zu finden, die langjährige Gegner der Separatisten sind. Sie waren noch vor dem ersten Tschetschenien-Krieg auf der Seite der föderalen Kräfte. Bei einem fehlgeschlagenen Attentat auf den damaligen tschetschenischen Präsidenten Dschochar Dudajew wurde Kakijew schwer verletzt. Die von Kakijew befehligten Soldaten kämpften während des ersten und des zweiten Tschetschenien-Krieges im Hinterland der Separatisten. Das Bataillon ist etwa 400 Mann stark, wurde Anfang 2005 gebildet und ist im Stadtbezirk Staropromyslowski der Hauptstadt Grosny stationiert. Das Bataillon ist für die Gebirgsregionen Schatoi und Itum-Kale sowie für den angrenzenden westlichen Teil des Flachlandes zuständig.

"Auf dem Territorium Tschetscheniens gibt es jetzt keine aktiven Kampfhandlungen", sagte Sergej Iwanow vor der Presse. "Das Verteidigungsministerium führt seit Jahren keine Kampfhandlungen in der Republik." Die Soldaten der beiden tschetschenischen Bataillone hätten Iwanow zufolge "reichliche Kampferfahrungen, die gut und effektiv beim Schutz unseres Pionierbataillons (im Libanon) genutzt werden könnten".

Iwanow erinnerte an die Hauptaufgabe russischer Soldaten im Libanon: Sie würden die "Folgen barbarischer Bombenangriffe beseitigen, Straßen instand setzen und Brücken wiederherstellen". "Im Laufe von zwei bis drei Monaten haben wir sechs Brücken wieder aufzubauen. Zudem soll die russische Seite garantieren, dass sich diese Brücken mindestens 40 Jahre für schwere Technik halten." Bis zum 10. Oktober solle das Bataillon komplett vor Ort sein. Die russischen Militärs würden außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Friedenstruppen stationiert, sagte Iwanow. [ RIA Novosti ]