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01-11-2006 Russland und Nahost
Jewgeni Primakow: Mit der Hamas-Bewegung kann man einen Dialog führen
Mit der palästinensischen Hamas-Bewegung, die in der Autonomie an der Macht ist, kann man einen Dialog führen, erklärte der Präsident der russischen Industrie- und Handelskammer (IHK), Ex-Premier und Ex-Außenminister Russlands. "Mit ihnen kann und muss man arbeiten. Aber Israel will das nicht", sagte Primakow am Dienstag in seiner Vorlesung in der Hauptstadt Ägyptens.



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Am Montag traf sich Jewgeni Primakow, der zu einem Besuch in Damaskus weilte, mit dem Chef des Hamas-Politbüros, Khaled Maschaal, der in der syrischen Hauptstadt im Exil lebt.

Laut dem russischen Politiker bestätigte Maschaal während des Treffens, dass Hamas "für die Bildung des palästinensischen Staates in den Grenzen vom 4. Juni 1967 eintritt". Primakow empfahl seinerseits dem palästinensischen Politiker, diesen Satz dahingehend zu ergänzen, dass der unabhängige palästinensische Staat in diesen Grenzen neben Israel leben werde.

Die Hamas-Führung hatte sich früher geweigert, Israel formal anzuerkennen.

Primakow äußerte die Vermutung, dass die Verhandlungen mit Israel erschwert sind, solange die Position von Hamas nicht über den toten Punkt hinweggebracht werde. Zugleich betonte er einen Fortschritt in der politischen Position der Bewegung. "Eine Evolution von Hamas erfolgt, wenn auch langsam. Jedenfalls zeugt die eigentliche Fragestellung zu den Grenzen vom 4. Juli 1967schon von vielem", sagte Primakow.

Was die israelische Politik betrifft, so könne sie, so der IHK-Präsident, nach den Misserfolgen während der jüngsten militärischen Handlungen im Libanon einen Wandel erfahren.

"Israel hat natürlich bei militärischen Handlungen verloren. Ich glaube, dass die Situation in Israel alles andere als einfach ist. Im Land wächst die Unzufriedenheit mit der Politik, die Ehud Olmert betreibt. Viele sind der Auffassung, dass die Politik der Regierung das Land einer Gefahr aussetzt", sagte Primakow.

"Ehud Olmert und Ariel Sharon (Ex-Premier Israels) wollten praktisch von der ,Straßenkarte' abgehen, all das durch eine einseitige Entscheidung über die Grenzziehung ersetzen und dann eine Mauer errichten. Heute wurde vollkommen klar, dass diese Position nicht unterstützt wird", erläuterte der russische Ex-Außenminister.

Ihm zufolge ist auch eine Änderung der USA-Politik im Nahen Osten im Lichte der jüngsten Ereignisse durchaus wahrscheinlich.

All das schafft, so der Ex-Premier, Voraussetzungen für eine aktivere Rolle Russlands in der Region. Wir haben Beziehungen mit Israel und den arabischen Ländern. Außerdem unterhält Moskau Kontakte mit allen bedeutsamen Kräften in der Region, darunter mit der libanesischen schiitischen Hisbollah-Bewegung und der palästinensischen Hamas-Bewegung. [ RIA Novosti ]