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28-02-2007 Russland und Nahost
Hamas-Chef bestraft: Putin verweigerte Audienz
Trotz des Drucks der russischen Seite hat Chaled Mashaal, Chef des Politbüros der radikalen palästinensischen Bewegung Hamas, keine Zugeständnisse für Israel und das Nahost-„Quartett“ gemacht. Dafür wurde sein Wunsch nach einer Audienz bei Präsident Wladimir Putin abgelehnt, berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

Wie unter anderem „Kommersant“ und „Wremja Nowostej“ am Mittwoch feststellen, fordert das „Quartett“ (Russland, USA, EU und UNO) von der Hamas, auf Terroraktivitäten zu verzichten sowie Israels Existenzrecht wie auch die bisherigen palästinensisch-israelischen Abkommen anzuerkennen. Im Austausch dafür verspricht das „Quartett“ eine Aufhebung des politisch-ökonomischen Embargos und eine Wiederaufnahme der Finanzhilfe für die Palästinensische Autonomie.

Moskau ist zwar der einzige Quartett-Teilnehmer, der Beziehungen zur Hamas pflegt, vorerst bringen aber die offiziellen Kontakte Russlands mit den Islamisten kaum spürbare Ergebnisse. Auch diesmal konnte Russland den Westen von der Notwendigkeit dieses Dialogs nicht überzeugen.

Dabei waren mit dem Moskau-Besuch Mashaals große Hoffnungen verbunden. Selbst ein kleiner Kompromiss von Seiten Mashaals hätte Russland die Möglichkeit gegeben, das Gesicht zu wahren, während Palästina mit einer baldigen Aufhebung der Blockade hätte rechnen können.

Dennoch erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow, Russland würde Palästina weiter unterstützen und unter anderem auf eine Aufhebung der internationalen Wirtschaftsblockade hinarbeiten. Diese Haltung wurde vom israelischen Vizepremier Avigdor Lieberman scharf kritisiert, der zur gleichen Zeit in Moskau weilte. Er bewertete Lawrows Standpunkt als „falsch“, weil eine Aufhebung der Blockade der Autonomie „eine Stärkung der Hamas stimulieren“ würde. [ RIA Novosti  / russland.RU ]