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13-06-2007 Russland und Nahost
Moskau fordert sofortigen Waffenstilland im Gazastreifen
Russland hat die beiden rivalisierenden Palästinensergruppen Hamas und Fatah zum sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen aufgefordert. "Wir rufen die Behörden und die Führung der Autonomiebehörde auf, ungeachtet ihrer Parteizugehörigkeit alles zu unternehmen, um die Kämpfe zu stoppen", erklärte der offizielle Sprecher des russischen Außenministeriums, Michail Kamynin, am Mittwoch in Moskau.




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Das palästinensische Radio berichtete, dass die schweren Zusammenstöße zwischen den beiden rivalisierenden Palästinenserbewegungen Hamas und Fatah am Mittwochvormittag mindestens fünf weiteren Menschen das Leben gekostet haben.

Am Vortag waren bereits mindestens 28 Palästinenser der andauernden Konfrontation zum Opfer gefallen. Laut Ärzten ist die Totenzahl möglicherweise höher, weil beide Lager ihre Verluste verheimlichen.

Zu erbitterten Kämpfen kam es am gestrigen Dienstag in der Stadt Dschabalija im Norden der palästinensischen Enklave, wo radikale Islamisten das Hauptquartier einer dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas (Fatah) unterstellten Sicherheitsbehörde erstürmten. Am gleichen Tag forderte die Hamas die Fatah-Einheiten zu einem Rückzug aus dem Gaza-Streifen auf. Daraufhin erhielten palästinensische Sicherheitsbehörden den Befehl, die „islamistische Revolte“ niederzuschlagen. Die Fatah quittierte daraufhin zeitweilig die Koalitionsregierung.

Die bewaffneten Zusammenstöße zwischen Hamas und Fatah hatten am 7. Juni nach zwei Wochen Waffenruhe wieder begonnen. Die jetzige Konfrontation zeichnet sich durch eine noch nie da gewesene Grausamkeit aus: Menschen werden von Dächern geworfen oder auf Straßen erschossen. Verletzte werden unmittelbar auf dem Krankenhausbett umgebracht.

Seit Beginn vergangenen Jahres, als die Hamas-Islamisten die Parlamentswahl in den Palästinensergebieten gewannen, haben Zusammenstöße zwischen den rivalisierenden Lagern mehr als 650 Palästinenser das Leben gekostet. Ebenso viele kamen durch Angriffe der israelischen Armee ums Leben.

Michail Kamynin sagte, Moskau sei zutiefst besorgt über die jüngste Eskalation der Gewalt. "Der Tod von Menschen und das Leiden der friedlichen Bevölkerung sind nicht zu rechtfertigen. Eine weitere Zuspitzung der Konfrontation in Palästina kann zum totalen Chaos, zu neuen Opfern und zur Ausdehnung des Konfliktes in der Region führen." [afp/ria/itar-tass]