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28-06-2007 Russland und Nahost
Experte aus Russland: Fatah und Hamas zum Einvernehmen untereinander verdammt
Das Streben nach der Bildung eines unabhängigen palästinensischen Staates kann zur Grundlage für die Aussöhnung zwischen Fatah und Hamas werden. Diese Meinung äußerte Oleg Oserow, stellvertretender Direktor der Abteilung Nahost- und Nordafrikaländer des russischen Außenministeriums.




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„Wenn die Extreme und Meinungsverschiedenheiten darüber, wer zurzeit die Sicherheit in dieser oder jener Region gewährleistet oder seine Rechte geltend macht, nicht in Betracht gezogen werden, so bleibt der Vektor der Bewegung ausschlaggebend: Sowohl Hamas als auch Fatah wollen die Bildung eines unabhängigen palästinensischen Staates. Das ist wahrscheinlich jene Grundlage, auf der sie ihre Vereinbarungen gestalten können. Diese Vereinbarungen müssen sie zur Wiederherstellung eines einheitlichen Rechtsfeldes und zu einem einheitlichen Verfassungsraum auf den palästinensischen Territorien führen“, sagte er am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bei RIA Novosti.

Ihm zufolge gibt es darin nichts Unmögliches, ungeachtet jener Erklärungen, die von den Seiten in den ersten Tagen des Konfliktes abgegeben wurden.

Oserow hob hervor, dass die Widersprüche zwischen Fatah und Hamas heute sehr ernsthaft seien. Sie trügen nicht nur den Charakter politischer Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Beilegung des Konfliktes, sondern hätten auch eine ideologische Komponente.

„Fatah ist eine weltliche nationale Bewegung. Hamas ist eine Bewegung mit einer sehr starken islamischen Komponente, was die Suche nach einem Einvernehmen zwischen ihnen nicht vereinfacht“, sagte der Diplomat. Aber es könne ein Ausweg aus der entstandenen Situation gefunden werden.

Oserow betonte, dass es in der internationalen Arena einen allgemein anerkannten Vertreter des palästinensischen Volkes gebe, und zwar die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO).

„Der Dialog über die PLO-Reformierung, der zuvor geführt und jetzt unterbrochen wurde, die Perspektiven des Beitritts der Hamas zu dieser Organisation sind vielleicht jener Weg, den Palästina heute gehen muss, um zu versuchen, die bestehenden Meinungsverschiedenheiten zu überwinden“, unterstrich er.

Ihm zufolge ist ein Dialog zwischen Fatah und Hamas notwendig. Denn sie sind einflussreiche politische Kräfte und jede davon ist legitim.

„Deshalb sind sie zur Suche nach einem Einvernehmen untereinander verdammt, wenn sie nicht gewillt sind, Palästina in eine neue Spirale der Gewalt und des Fraktionskampfes zu stürzen, der in letzter Konsequenz die Bildung des einheitlichen palästinensischen Staates verhindert“, sagte Oserow. [ria-novosti]