russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



31-07-2007 Russland und Nahost
Russland sichert Palästinenserpräsident Abbas Unterstützung zu
Die russische Regierung hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bei seinem Besuch in Moskau Unterstützung signalisiert, zugleich aber einen Dialog der zerstrittenen Organisationen Fatah und Hamas angemahnt. "Wir unterstützen Sie als rechtmäßigen Führer aller Palästinenser", sagte Außenminister Sergej Lawrow am Montag zu Abbas, "und wir unterstützen alle ihre Bemühungen, die sich auf die Erlangung von Einigkeit richten".



Werbung


Gleichzeitig betonte Lawrow aber die Notwendigkeit, "die palästinensische Einheit durch einen Dialog zwischen allen politischen Kräften herzustellen". Moskau unterhält als einzige beteiligte Großmacht im Nahostkonflikt Kontakte zur Hamas.

Der Dialog zwischen den politischen Kräften der Palästinenser werde die Bedingungen für eine Wiederaufnahme des israelisch-palästinensischen Dialogs schaffen, betonte Lawrow laut einer Erklärung seines Ministeriums im Gespräch mit dem Palästinenserpräsidenten. Abbas habe sich bei dem Treffen mit Lawrow für die russischen Bemühungen um die Wiederherstellung der palästinensischen Einheit bedankt, hieß es weiter. Abbas war am Sonntag zu einem Besuch in der russischen Hauptstadt eingetroffen, um sich als einziger Gesprächspartner für Russland zu positionieren. Am Dienstag sollte er mit Präsident Wladimir Putin zusammentreffen.

Die Palästinensergruppen Fatah und Hamas hatten sich im Juni im Gazastreifen blutige Kämpfe geliefert, die mit der Machtübernahme der Hamas in dem kleinen Palästinensergebiet endeten. Seither versuchen Israel, die USA und die EU den nur im Westjordanland regierenden Abbas zu stärken. Russland hält dagegen den Kontakt zur Hamas aufrecht und sieht in der Gruppe einen vollwertigen Verhandlungspartner, obwohl sie es ablehnt, das Existenzrecht Israels anzuerkennen.

Abbas sagte in Moskau, er wolle für eine Vermittlung Russlands im innerpalästinensischen Konflikt werben. Dies unterstützte auch der abgesetzte Hamas-Regierungschef Ismail Hanija. Er begrüße jede Initiative, "um den Graben zwischen den Palästinensern zu schließen und einen Ausweg aus der Krise zu finden, insbesondere eine Vermittlung Russlands", sagte er in Gaza. Hanija rief Abbas auf, den Dialog zu erleichtern, indem er keine Anordnungen mehr erlasse, die den Gazastreifen isolierten.

Am Montagabend reisten unterdessen mehr als 300 weitere Palästinenser von der Sinai-Halbinsel über Israel in den Gazastreifen ein. Israel habe zudem sein Einverständnis für die Ausreise von 1000 weiteren Flüchtlingen gegeben, sagte ein Vertreter der palästinensischen Sicherheitskräfte am Grenzübergang Rafah, der seit der Machtübernahme der Hamas gesperrt ist. Mehrere Nichtregierungsorganisationen forderten in einer gemeinsamen Erklärung die sofortige Öffnung des Grenzübergangs. Mehrere tausend Palästinenser sitzen weiter in Ägypten fest.