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31-07-2007 Russland und Nahost
Abbas hofft auf Unterstützung von Putin für Beendigung von Palästinenserkrise
Russlands Präsident Wladimir Putin trifft am heutigen Dienstag mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammen, der am vergangenen Sonntag zu einem dreitägigen Arbeitsbesuch in Moskau eingetroffen war. Am Montag verhandelte Abbas mit Außenminister Sergej Lawrow. Dabei betonte der russische Außenminister, dass Moskau Abbas als legitimen palästinensischen Autonomiechef unterstütze und mit ihm konkrete Wege zur Unterstützung der Palästinenser behandeln werde.
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br> Lawrow äußerte die Überzeugung, dass das Treffen zwischen Abbas und Putin "die Möglichkeit bieten wird, konkrete Wege zu Fortschritten in den bilateralen Beziehungen und bei der Nahostregelung zu finden".

Abbas betonte seinerseits, dass er mit Russlands Unterstützung rechne. "Mit Ungeduld erwarte ich ein Treffen mit Wladimir Putin und freue mich darauf, dass er mich morgen empfangen wird", sagte er. "Mit ihm werden alle Wege erörtert, die uns die Beendigung der inneren politischen Krise ermöglichen könnten."

Bei seiner Ankunft am Sonntag hatte Abbas erklärt, er wolle mit der russischen Seite die Abhaltung einer internationalen Nahostkonferenz erörtern. US-Präsident George W. Bush hatte am 16. Juli vorgeschlagen, eine solche Konferenz im Herbst durchzuführen.

Darüber hinaus hat der Palästinenserpräsident vor, die russische Führung über seine Verhandlungen mit Israels Premier Ehud Olmert und dem Sonderbeauftragten des Nahost-Quartetts, Tony Blair, zu informieren.

"Wir sind an einer Koordinierung unserer politischen Positionen mit der russischen Seite vor der internationalen Konferenz interessiert", fügte Abbas hinzu.

Wie er betonte, hängt eine Wiederaufnahme des politischen Dialogs über den endgültigen Status von Palästina und die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates von Israel ab. "Wenn Israel ernsthafte Absichten bekundet, werden wir dieses Problem innerhalb eines Jahres lösen können", sagte er. "Die Straßenkarte" für die Nahostregelung wäre eine "gute Grundlage" für solche Verhandlungen, so Abbas.

Russland ist heute das einzige Mitglied des Quartetts (UNO, EU, USA und Russland), das die Möglichkeit hat, einen Dialog mit der Hamas zu führen. Einige Tage vor dem Moskau-Besuch Abbas' hatte Lawrow mit Khaled Mashaal, Chef des Hamas-Politbüros und Hauptopponent von Abbas, telefoniert.

Am Vortag wurde bekannt, dass die politische Führung der Hamas einen Moskau-Besuch erwägt. Das teilte Abu Marzouk, Vizechef der politischen Führung der Hamas, RIA Novosti telefonisch mit. Konkreter werde man darüber nach Abschluss des Russland-Besuchs von Abbas sprechen können, fügte er hinzu.

Nach Ansicht von Jewgeni Satanowski, Chef des Moskauer Nahost-Instituts, könnte Russland eine besondere Rolle bei der Lösung des innerpalästinensischen Konflikts spielen. "Nach all den Morden in Palästina, nachdem die Mechanismen der Blutrache in Gang gesetzt worden sind, wäre eine solche Vermittlung überaus wichtig", betonte er. [ria-novosti]