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18-11-2011 Russland und Nahost
Lawrow: Kräfte von außen suchen Zuspitzung der Lage in Syrien


Moskau – Äußere Kräfte versuchen, die Situation in Syrien zuzuspitzen, um ihre Einmischung in die Angelegenheiten dieses Landes zu rechtfertigen. Das hat am heutigen Donnerstag Russlands Außenminister Sergej Lawrow nach den Verhandlungen mit der europäischen diplomatischen Chefin Catherine Ashton erklärt.




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"Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit noch darauf lenken, wie sich äußere Akteure anstrengen, die Zunahme der Konfrontation in Syrien zu verstärken, wohl aus dem Wunsch heraus, die Situation im Medienraum zu dramatisieren und so ein zusätzliches Argument zu bekommen und eine gewisse Einmischung in die syrischen Angelegenheiten zu begründen", sagte Lawrow.

Russland plädiert für die Entsendung von Beobachtern der Liga der Arabischen Staaten und von Vertretern ausländischer Medien nach Syrien, sagte Lawrow. "Das Thema der Entsendung von Beobachtern der Arabischen Liga nach Syrien ist nicht neu. Auch die Initiative der Liga vom 2. November dieses Jahres enthält diese Idee. Wir unterstützen sie und plädieren dafür, dass Beobachter aus den Mitgliedsländern der Liga und Medienvertreter frei nach Syrien einreisen können", erklärte Lawrow.

"In der Medienwelt hat es zu viele Widersprüche bezüglich der Ereignisse in Syrien gegeben, die Präsenz von Beobachtern und von Journalisten kann zur Klärung des Bildes beitragen", meinte der russische Außenamtschef. Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass "die syrische Regierung vor wenigen Tagen darin eingewilligt hatte, Beobachter von der Arabischen Liga zu empfangen und ihre Präsenz an jedem Ort des Landes zu gewährleisten".

Russland plädiert dafür, dass Vertreter der Staatsführung und der Oppositionskräfte Syriens baldmöglichst Verhandlungen in der Hauptstadt Ägyptens, wo die Arabische Liga ihren Sitz hat, aufnehmen, erklärte Lawrow weiter. "Wir halten es für notwendig, dass Beobachter der Arabischen Liga nach Syrien reisen, um darauf achtzugeben, dass die an alle Konfliktseiten gerichtete Forderung, der Gewalt ein Ende zu setzen, erfüllt wird", teilte er mit.

"Nach unserer Auffassung ist es wichtig, dass alle Seiten baldmöglichst Verhandlungen über eine friedliche Lösung aufnehmen und dass die Verhandlungen im Hauptquartier der Arabischen Liga in Kairo organisiert werden", fügte er hinzu. Er wies darauf hin, dass die Initiative der Liga zur Lösung der Krise in Syrien vom 2. November des laufenden Jahres alle diese Thesen enthielt.

Arabische Liga und andere Länder müssen auch von der Opposition Waffenstillstand verlangen

Moskau – Die Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga und andere Länder der Welt müssen nicht nur von der Staatsführung Syriens, sondern auch von der syrischen Opposition einen Waffenstillstand verlangen, erklärte am Donnerstag der Außenminister Russlands, Sergej Lawrow.

"Die Initiative der Liga der Arabischen Staaten vom 2. November dieses Jahres, die wir unterstützen, enthält mehrere Bestandteile. Die erste These lautet, dass es notwendig ist, der Gewalt ein Ende zu setzen, egal wovon sie ausgeht. Das ist wichtig, denn die Gewalt in Syrien geht nicht nur von regierungstreuen Kräften aus; im Land gibt es immer mehr Waffen, die aus den Nachbarländern hereingeschmuggelt werden", teilte er mit.

"Die Position der Arabischen Liga bezüglich der Notwendigkeit der Einstellung der Gewalt, egal von welchen Quellen sie ausgeht, bedarf weiterer Detaillierung und Konkretisierung", hob Lawrow hervor. "Wir schlagen vor, dass alle Staaten, die über die Situation in Syrien besorgt sind und eine friedliche Lösung anstreben, zur Umsetzung der arabischen Initiative beitragen, und zwar nicht nur von der syrischen Staatsführung, sondern auch von den Oppositionskräften ein Ende der Gewalt fordern", so der russische Außenamtschef. Ihm zufolge "muss der diesbezügliche Aufruf sowohl von der Arabischen Liga als auch von den Ländern ausgehen, auf deren Territorium die syrische Opposition aktiv ist".

Moskau besorgt über Washingtons Pläne zur Gründung von Anti-Terror-Stützpunkten in Afghanistan

Moskau – Russland ist darüber besorgt, dass die Vereinigten Staaten Anti-Terror-Stützpunkte in Afghanistan gründen wollen und einen weiteren Ausbau ihrer Präsenz in Zentralasien anstrebe, machte der russische Außenminister Sergej Lawrow deutlich.

"Wie sich der für 2014 anberaumte Abzug der US-amerikanischen Truppen aus Afghanistan im Zusammenhang mit dem Ende der Anti-Terror-Operation, einerseits, und die Gründung großer Stützpunkte, andererseits, miteinander vereinbaren lassen, erscheint unklar", betonte er. "Wir richten diese Fragen an unsere amerikanischen Partner, aber es gibt derzeit mehr Fragen als Antworten", stellte Lawrow fest. "Wir bekommen periodisch Informationen, dass unsere US-Kollegen ihre Präsenz in den Ländern Zentralasiens ausbauen wollen", fügte er hinzu.

Zur Bewältigung der Krisen im Euroraum muss man mit den globalen universalen Mechanismen wie dem IWF arbeiten

"Wir sind überzeugt, dass die Probleme in der Eurozone systemumfassend sind", sagte Lawrow. "Neben dringenden Maßnahmen muss man eine systemumfassende Behandlung anwenden, um die heutige Situation erfolgreich zu bewältigen und der Wiederholung solcher Krisen in der Zukunft vorzubeugen. Dafür sollte man mit globalen universalen Mechanismen arbeiten, wie beispielsweise dem IWF", unterstrich Lawrow.

Der Außenminister erinnerte auch daran, dass die Frage der Kredite in der Eurozone nicht nur auf dem G20-Treffen, sondern auch an dessen Rande unter den Chefs der BRICS-Länder besprochen worden ist. Es wurde die Entscheidung getroffen, dem Euroraum Hilfe durch den IWF zu leisten.
[russland.RU]
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