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22-02-2012 Russland und Nahost
Russland nimmt nicht am Treffen der Freunde Syriens in Tunesien teil


Moskau – Russland sieht für sich keine Möglichkeit, an einem Treffen der "Gruppe der Freunde Syriens" in Tunesien teilzunehmen, teilte Alexander Lukaschewitsch, der Sprecher des russischen Auswärtigen Amtes, am Dienstag mit. "Die Einladung zum Treffen der so genannten 'Gruppe der Freunde Syriens' in Tunesien haben wir erhalten. Dennoch entstehen im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung mehr Fragen als klare Antworten", sagte er.




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"Offiziell teilte man uns weder die Zusammensetzung seiner Teilnehmer noch eingeladene Personen noch die Tagesordnung mit", so der Sprecher weiter. "Es gibt auch ernsthafte Fragen in Bezug auf ein Abschlussdokument des Treffens", unterstrich er. "Angesichts dieser Umstände sehen wir für uns keine Möglichkeit, an dem bevorstehenden Treffen in Tunesien teilzunehmen", betonte Lukaschewitsch.

Angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien werden die Rufe nach Feuerpausen zur Versorgung der notleidenden Bevölkerung immer lauter. Die USA und die UNO begrüßten am Dienstag die Bemühungen des Roten Kreuzes, eine tägliche Kampfpause zu vermitteln. Nach Angaben von Aktivisten wurden erneut fast 70 Menschen bei neuen Kämpfen getötet.

Eine Gefechtspause müsse mindestens zwei Stunden dauern, um den Mitarbeitern des IKRK und des Syrisch-Arabischen Roten Halbmonds zu erlauben, die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen und die Verletzten in Sicherheit zu bringen, erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. In der seit Wochen von der Armee belagerten Rebellenhochburg Homs könnten ganze Familien über Tage ihre Wohnungen nicht verlassen, um Lebensmittel zu besorgen.

Während die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) sich für eine derartige Gefechtsunterbrechung aussprach, äußerten sich die Behörden bis zum Abend nicht. Der Syrische Nationalrat (SNC), der Dachverband der syrischen Opposition im Exil, rief die internationale Gemeinschaft dagegen auf, sich für die Aufhebung der Belagerung von Homs einzusetzen, um die Bevölkerung dort mit Medikamenten und Lebensmitteln versorgen zu können.

Auch die USA und UNO begrüßten die Forderung nach einer humanitären Kampfpause. Die "große Menschenrechtskrise" in Syrien habe zunehmend schwere humanitäre Auswirkungen, erklärte UN-Vizegeneralsekretärin für humanitäre Angelegenheiten, Valerie Amos. Sie forderte für Hilfsorganisationen einen ungehinderten Zugang zur Bevölkerung. Ihren Angaben zufolge stellte die EU drei Millionen Euro für Medikamente und die Unterbringung von Flüchtlingen in Nachbarländern bereit.

Landesweit wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle am Dienstag insgesamt 68 Zivilisten getötet, darunter 33 Zivilisten bei einem Militäreinsatz in der Ortschaft Abdita. In der Provinz Homs kamen 31 Menschen ums Leben. Die Stadt selbst wurde weiter vom Militär belagert. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren 56 Panzer und Truppenfahrzeuge in Richtung der Rebellenhochburg unterwegs. Auch der SNC warnte, die Armee bereite mit dem intensiven Beschuss der vergangenen Tage die Stürmung der Stadt vor.
[russland.RU]
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