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06-12-2007 NATO
Russland will trotz Schwierigkeiten weiter mit NATO zusammenarbeiten
Trotz Schwierigkeiten ist Russland zu einer Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der NATO bereit, sagte Michail Kamynin, Sprecher des russischen Außenministeriums, am Donnerstag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Novosti.




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„Auf dem Weg zum heutigen Stand der Beziehungen zwischen Russland und der NATO hat es sowohl Erfolge als auch Rückschläge gegeben“, so Kamynin. „Auch in Zukunft steht uns eine komplizierte Arbeit bevor.“ Kamynins Interview galt der Teilnahme von Russlands Außenminister Sergej Lawrow an einer Tagung des Russland-Nato-Rats am morgigen Freitag in Brüssel.

Zu den aktuellsten Problemen des Zusammenwirkens zählte Kamynin „die völkerrechtlichen Folgen der Transformation der Nordatlantischen Allianz, das Heranrücken der NATO-Militärinfrastruktur an Russlands Grenzen, die Pläne für den weiteren Ausbau der Allianz, die Situation um den Vertrag über die Begrenzung der konventionellen Streitkräfte in Europa (KSE-Vertrag), die Stationierung des dritten Stellungsraums des globalen US-Raketenabwehrsystems in Europa und dessen Abstimmung mit den Raketenschild-Neuentwicklungen im Rahmen der NATO“.

Beim weiteren Zusammenwirken mit der NATO werde Moskau „die gegenwärtige Transformation der Allianz und die innere Diskussion zwischen einzelnen NATO-Mitgliedsländern über die endgültige“ Struktur der Allianz berücksichtigen, sagte der Sprecher. „Wir unterbreiten keine ambitionierten Initiativen: Russland braucht die Zusammenarbeit nicht mehr und nicht weniger als die Allianz-Mitgliedsländer selbst“, betonte Kamynin. „Wir sind bereit, mit der Allianz in den Bereichen weiter zu kooperieren, in denen unsere Interessen objektiv identisch sind“, hieß es.

Beim Russland-NATO-Gipfel am Freitag in Brüssel werde Lawrow die US-Pläne ansprechen, einen dritten Stellungsraum des Raketenabwehrsystems (ABM) in Europa einzurichten, sagte Kamynin. „Weder heute noch in absehbarer Zukunft gibt es für die USA nach unseren Einschätzungen keine Bedrohungen, für deren Abwendung eine Stationierung von ABM-Segmenten in Tschechien und Polen erforderlich wäre“, betonte er. „Nach unserer Überzeugung würde ein solcher Schritt dagegen das strategische Kräftegleichgewicht auf dem europäischen Kontinent ernsthaft destabilisieren und das Vertrauen untergraben, das nach dem Ende des Kalten Krieges mit großer Mühe geschaffen werden konnte.“ RIA Novosti