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03-04-2008 NATO
Experte: NATO-Beitritt von Georgien und Ukraine hätte Werte der Allianz beeinträchtigt
Der Westen ist sich nach Expertenmeinung darüber im Klaren, dass die Einbindung von Georgien und der Ukraine in den Aktionsplan für die spätere Mitgliedschaft in der Allianz deren Werte beeinträchtigt hätte.




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Davon zeugt die Entscheidung des nordatlantischen Bündnisses, die Einbindung der beiden Ex-Sowjetrepubliken aufzuschieben, sagte Sergej Markedonow, Leiter der Abteilung Internationale Probleme des Instituts für politische und militärische Analysen, am Donnerstag in Moskau.

Am selben Tag hatten die führenden Repräsentanten der Allianz auf ihrem Gipfel in der rumänischen Hauptstadt Bukarest beschlossen, den Aktionsplan für die Mitgliedschaft (MAP) Kiew und Tiflis vorerst nicht anzubieten. Dieses Problems sollen sich die Verteidigungsminister der NATO-Länder im Dezember annehmen.

"Ich denke, dass es sich dabei nicht sosehr um einen Sieg der russischen Diplomatie, sondern vielmehr darum handelt, dass sich der Westen der Folgen der möglichen Einbindung von Georgien und der Ukraine im Klaren ist. Deshalb gelangten mehrere NATO-Mitglieder wahrscheinlich zu dem Schluss, dass es besser wäre, von der beschleunigten Osterweiterung des Blocks vorerst abzusehen und einen pragmatischeren Dialog mit Russland anzubahnen", sagte Markedonow.

"Die am Donnerstag von der NATO getroffene Entscheidung zeugt auch davon, dass die Einstellung zur Allianz nicht bagatellisiert werden darf. Die NATO ist kein ZK der KPdSU aus der Breschnew-Zeit, in der Allianz gibt es nicht wenig Gegensätze, die Russland ausspielen könnte. Mit mehreren NATO-Ländern können wir einen normalen pragmatischen Dialog führen. Ich glaube, dass Russland dazu ein positives Signal gegeben werden soll. Das wird die öffentliche Meinung in Russland beschwichtigen und radikale antiwestliche Stimmungen abebben lassen."

Die Meinung Griechenlands und Deutschlands sei ebenfalls etwas wert. Deshalb wäre Russland in der Lage, mit diesen Ländern Vereinbarungen zu gewissen Fragen zu erlangen sowie sich der Hegemonie der USA entgegenzusetzen. "Das ist ein gutes Zeichen für Russland wie für den Westen. Es wäre falsch, davon zu sprechen, dass der Westen allein da steht", sagte der Politologe. RIA Novosti