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07-11-2003 Oktoberrevolution
Meetings der Opposition in Moskau
Foto: ntvru.com(Moskau) Am Tag der Eintracht und der Versöhnung hat die linke Opposition anlässlich des 86. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution sowie der bevorstehenden Parlamentswahlen eine Demonstration und ein Meeting veranstaltet. Nach Angaben der Organisatoren nahmen an der Veranstaltung rund 100.000 Menschen teil.

Foto: ntvru.comVor Beginn des Meetings waren die Führer der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF), der patriotischen Volksunion Russlands, der Bewegung zur Unterstützung der Armee, des Verbandes der sowjetischen Offiziere mit ihren Anhängern und Sympathisanten zum Lubjanskaja Platz gezogen. Um die Sicherheit der Teilnehmer am Meeting zu gewährleisten, war der Platz von Sicherheitskräften abgesperrt worden, am Zugang waren Drehkreuze und Metalldetektoren aufgestellt.
Foto: ntvru.comAuf der Kundgebung riefen die Vertreter der KPRF dazu auf, bei den Wahlen für die Kommunistische Partei zu stimmen. Die Schauspielerin und Duma-Abgeordnete Jelena Drapenko versicherte die Anwesenden der „Unbestechlichkeit der Parteiführer“. Sie machte deutlich, dass „ es kein Geld gibt, für das wir zu kaufen wären.“ Der Parteichef der Kommunisten, Gennadi Sjuganow, stellte in seinem kurzen Auftritt fest, dass an an den Parlamentswahlen nicht zufällig derart viele Parteien teilnähmen. Nach seiner Meinung diene dies nur dem Ziel „die Wähler zu verwirren.“
Foto: ntvru.comEbenfalls im Zentrum der russischen Hauptstadt, auf dem Puschkin Platz, fand am Freitag ein Meeting von Parteigängern der Union Rechter Kräfte (SPS) und „Jabloko“ statt. Der „Jabloko“-Chef Grigorij Jawlinski schlug den Versammelten vor, den 7. November als Tag der Verteidigung von Demokratie und Freiheit in Russland zu begehen. „ Vor 86 Jahren erschossen die Bolschewiki in Moskau Junker sowie andere junge und nicht mehr junge Menschen, die Freiheit und Demokratie im künftigen Russland verteidigen wollten. Für fast 100 Jahre brachen über Russland Staatsterror und Willkür herein. Dutzende Millionen von Menschen kamen im Bürgerkrieg, in den Jahren der Industrialisierung und des Staatsterrors um“, erklärte er. „Heute spüren wir, wie die Anfang der 90er Jahre errungene Demokratie unter immerstärkerem Druck steht.“
Foto: ntvru.comDer Führer der SPS, Boris Nemzow, rief bei der Kundgebung zur Vereinigung aller demokratischen Kräfte auf: „Einzeln wird man uns zertreten. Wenn wir uns nicht einigen, wird man uns vernichten. Wenn wir getrennt bleiben, wird es kein freies und demokratisches Russland geben.“ Nemzow forderte ebenfalls die Wähler auf, zur Abstimmung zu gehen. „Bleibt auf keinen Fall zu Hause und stimmt nicht gegen alle“, bat er.
Foto: ntvru.comWährend es bei diesen beiden Veranstaltungen zu keinerlei Zwischenfällen kam, teilten die Moskauer Sicherheitskräfte mit, dass am Freitagmittag ein Unbekannter versucht habe, die russische Staatsflagge auf dem Gebäude der Staatsduma gegen die Flagge der früheren UdSSR auszutauschen. Zu diesem Zweck war er auf eine Säule des Haupteinganges geklettert. Aber schon nach wenigen Augenblicken nahm eine herangeeilte Milizeinheit den Mann fest. (hh)