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09-10-2006 Petersburger-Dialog 2006
Entscheidung von Gasprom zum Stockmann-Feld wird Abkommen mit Eni nicht tangieren
Die Entscheidung des russischen Gaskonzerns Gasprom, bei der Erschließung des Stockmann-Feldes auf ausländische Unternehmen zu verzichten, wird Verhandlungen zwischen Gasprom und dem italienischen Energiekonzern Eni nicht tangieren.

Diese Ansicht vertrat Eni-Sprecher Gianni Di Giovanni am Montag in einem RIA-Novosti-Gespräch in Rom. "Wir haben nicht einmal an einer Ausschreibung zur Erschließung des Gaskondensatvorkommens Stockmann teilgenommen. Deshalb wird sich die von Gasprom getroffene Entscheidung nicht auf die Gespräche auswirken", sagte Giovanni.

Zuvor hatte die italienische Presse berichtet, dass das Abkommen, das Eni und Gasprom zum 15. Oktober abschließen wollen, den Zugang der Italiener zum Stockmann-Feld im Austausch zum Zugang zum italienischen Gasmarkt für Gasprom beinhalten könnte.

Der Eni-Sprecher brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass das Abkommen mit Gasprom in nächster Zeit unterzeichnet wird. Es handele sich um ein kompliziertes Dokument, das mehrere Fragen tangiert. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass die Seiten so lange daran feilten.

Am Montag hatte Gasprom offiziell mitgeteilt, dass der Konzern das Stockmann-Feld ohne Teilnahme ausländischer Unternehmen erschließen wird. Bislang habe Gasprom die Möglichkeit geprüft, bis zu 49 Prozent der Anteile an der Erschließung des Vorkommens an ausländische Unternehmen abzutreten. "Aber ausländische Konzerne hatten nicht die Aktiva zur Verfügung stellen können, die dem Umfang und der Qualität der Vorräte des Feldes Rechnung tragen", urteilte Gasprom.

Das Gaskondensatfeld Stockmann in der Barentssee wird zu einer Ressourcenbasis für Gaslieferungen an den europäischen Markt. "Am Montag fasste der Gasprom-Vorstand den Beschluss, dass vom Stockmann-Feld entgegen früheren Plänen zur Versorgung mit Flüssiggas überwiegend Pipeline-Gas nach Europa gepumpt wird", heißt es in dem Papier. Gas vom Stockmann-Vorkommen soll über die zu bauende Pipeline Nord Stream (früher NEGP) nach Europa fließen.

Das Stockmann-Feld liegt im zentralen Teil des russischen Festlandsockels in der Barentssee. Seine prognostischen Vorräte belaufen sich per Januar 2006 auf 3,7 Billionen Kubikmeter Gas und mehr als 31 Millionen Tonnen Gaskondensat. In der ersten Phase sollen etwa 15 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr gewonnen werden. Künftig soll die Leistung auf 45 Milliarden gesteigert werden. Gas vom Stockmann-Feld wird voraussichtlich im Laufe von 50 bis 70 Jahren geliefert. [ RIA Novosti ]